01.07.2015 Maximilian Steppan

IPO-Markt: So sehr belastet Griechenland

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Trendthema

Der Damenmodehändler CBR hat seinen für diese Woche geplanten Börsengang abgesagt. Als Grund gab das Unternehmen am Mittwoch die von der dramatischen Entwicklung in Griechenland ausgelösten Unsicherheiten an den Finanzmärkten an. Neben CBR wirkt sich die Griechenlandkrise auch auf weitere geplante Neuemissionen aus.

Derzeit sei die Investitionsbereitschaft nicht gegeben, erklärte die Beteiligungsgesellschaft EQT, der CBR gehört. EQT werde den Markt weiter beobachten, um in einem stabileren Umfeld einen neuen Anlauf zu unternehmen. Strategie und operatives Geschäft von CBR seien durch den abgesagten Börsengang nicht beeinflusst. Zu CBR gehören die Damenmarken Street One und Cecil.

ADO-Börsengang vorerst abgesagt

Auch der Immobilienkonzern Ado hat wegen der Marktturbulenzen rund um die griechische Schuldenkrise seinen geplanten Börsengang vorerst abgesagt. Die Unsicherheit um die wirtschaftliche Situation Griechenlands habe das Management dazu veranlasst, die Erstnotiz bis auf weiteres zu verschieben, teilte das Unternehmen breits am Montag mit. Der vor allem in Berlin vertretene Anbieter von Wohnimmobilien mit rund 13.700 Wohnungen verwies auf reges Interesse von institutionellen Investoren. Die Gesellschaft werde den Markt für einen möglichen neuen Anlauf beobachten. Der Konzern wollte ursprünglich für rund 400 Millionen Euro Aktien platzieren, der erste Handelstag war für Dienstag geplant.

Verlängerter Angebotszeitraum bei Chorus Clean Energy

Der Solarparkbetreiber Chorus Clean Energy hat seine Zeichnungsfrist bis zum kommenden Donnerstag, dem 09. Juli verlängert. Ursprünglich wollten die Neubiberger am 02. Juli schon an der Börse notiert sein.

IPO-Markt mit solider Entwicklung

Eine positive Entwicklung auf dem IPO-Markt bilanziert die Beratungsfirma PriceWaterhouseCoopers. Im zweiten Quartal 2015 wurde am Emissionsmarkt in Deutschland ein Gesamtvolumen in Höhe von 729 Millionen Euro platziert. Mit insgesamt acht Transaktionen - davon sieben im Prime und General Standard und eine im Entry Standard - konnte der IPO-Markt im Vergleich zum Vorquartal ein Volumen in Höhe von 156 Millionen Euro zulegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel das Emissionsvolumen im zweiten Quartal 2015 allerdings um 128 Millionen Euro niedriger aus, obwohl eine Transaktion mehr als im Vorjahresquartal verzeichnete wurde. Die Transaktionen im zweiten Quartal 2015 setzten sich aus drei Neuemissionen, vier technischen Listings und einem Transfer vom Entry in den Prime Standard zusammen. Unter den Neuemissionen erwirtschaftete die Siltronic AG mit 330 Millionen Euro das höchste Emissionsvolumen, gefolgt von der Sixt Leasing AG (215 Millionen Euro) und der windeln.de AG (183 Millionen Euro).

"Der IPO Markt in Deutschland zeigt eine solide Entwicklung, auch wenn das Emissionsvolumen nicht an das Vorjahresquartal heranreicht", sagt Kapitalmarktexperte Christoph Gruss im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services. "In den vergangenen Jahren war die IPO Aktivität oft starken Schwankungen unterlegen. Seit Ende letzten Jahres gibt es jedoch einen stabilen Zustrom von Unternehmen hin zum Kapitalmarkt. Das ist eine ermutigende Entwicklung, die den jüngsten
geopolitischen Ereignissen zu trotzen scheint."

(mit Material von dpa-AFX)