02.10.2011 Sascha Grundmann

iPhone 5: Bremse oder Turbo für die Apple-Aktie?

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Die Erwartungen an die neueste Generation von Apples Kulthandy iPhone sind hoch, nicht nur in der Gemeinde der Technologiefans. Gerade auch die Aktionäre erwarten neue Impulse für den Kurs ihrer Papiere. Sind die Hoffnungen gerechtfertigt? Ein Blick in die Vergangenheit gibt zumindest Hinweise.

Es ist eine der interessantesten Unternehmensgeschichten überhaupt - und eine der erfolgsreichsten sowieso. Über die Entwicklung des Apple-Konzerns im vergangenen Jahrzehnt ließen sich ganze Bücher schreiben. Und mit der Aktie des Unternehmens aus Kalifornien richtig viel Geld verdienen.

Ein kleines Rechenbeispiel: Wer am 14. April des Jahres 2003 - aus welchem Grund auch immer - 10.000 Dollar in die Apple-Aktie investiert hätte, hätte damit bis Mitte September dieses Jahres ein Vermögen von 664.874 Dollar angehäuft - vorausgesetzt, er hätte gegen jegliche Vernunft Stoppkurse ignoriert und etwa den Crash des Jahres 2008 ausgesessen. Selbst wer erst im Frühjahr 2009 zum Apple-Aktionär geworden wäre, hätte seitdem seinen Einsatz mehr als vervierfacht. In gerade einmal zweieinhalb Jahren (siehe auch Chart in Euro unten).

Daher ist es auch kein Wunder, dass die Aktionäre des mittlerweile wertvollsten Unternehmens der Welt verwöhnt sind. Dafür hat nicht zuletzt die Stabilität der Notierung während des für viele andere Werte brutalen Crashs im August gesorgt. Doch nach den jüngsten, teilweise euphorischen Kommentaren von Analysten erwarten nun viele Anteilseigner, dass es auch weiter aufwärts geht.

Kursimpulse erwarten sie sich dabei vom iPhone 5, das Apple mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am kommenden Dienstag präsentieren wird. Kann die neue Variante des Kulthandys dafür sorgen, dass die Apple-Aktie das am 20. September markierte Allzeithoch bei 422,86 Dollar angreifen kann?

Einzelheiten zum neuen Gerät sind bislang nur tröpfchenweise an die Öffentlichkeit gelangt, und dabei vor allen Dingen aus der Richtung von iPhone-Zulieferern. Ihren Angaben zufolge soll das iPhone 5 unter anderem flacher sein als sein Vorgänger und mit seinen Rundungen eher an das iPhone 3 erinnern. Der Bildschirm soll ein wenig größer sein, zudem soll das Gerät über eine anspruchsvolle Sprachsteuerung verfügen.

Ob das ausreicht, um in der Gemeinde der Apple-Nerds für Jubelstürme zu sorgen, bleibt abzuwarten. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es die meisten Apple-Produkte bei ihrer Vorstellung schwer hatten, auf Anhieb zu überzeugen. Das zeigte sich auch an der Börse: Der Impuls für die Aktie ließ zumeist Wochen oder sogar Monate auf sich warten, bis die ersten Verkaufszahlen einen Rückschluss darauf zuließen, dass das jeweils neue Gerät ein Kassenschlager werden würde. Dann aber ging es zügig nach oben für die Notierung.

Es deutet einiges darauf hin, dass wie in der Vergangenheit auch am Dienstag nach der Präsentation des iPhone 5 die Apple-Aktie nicht auf Anhieb in den Himmel schießen wird. Große Kursausschläge nach unten sind aber auch nicht zu erwarten, dafür hatte sich die Notierung in den letzten Wochen vor der Veranstaltung ungewohnt lethargisch verhalten. Vielmehr ist mit Kurszuwächsen zu rechnen, die sich mit einiger Verzögerung einstellen könnten. Doch darauf dürfte es sich nach Ansicht des AKTIONÄR zu warten lohnen. Einen Stoppkurs sollten Anleger bei umgerechnet 225 Euro setzen.