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10.08.2021 Carsten Kaletta

HolidayCheck nach Zahlen: Cash statt Gutscheine

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HolidayCheck Group

HolidayCheck leidet nach wie vor unter der Corona-Pandemie. So verbuchte der Online-Reiseanbieter im ersten Halbjahr 2021 erneut einen zweistelligen Millionen-Verlust. Immerhin gelang im Juni ein erstes positives Ergebnis für einen einzelnen Kalendermonat. Und noch ein Aspekt macht Hoffnung.

Konkret: Das operative Ergebnis (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2021 mit minus 10,9 Millionen Euro erneut im roten Bereich. Das ist allerdings deutlich niedriger als der Verlust im entsprechenden Vorjahreshalbjahr, als ein Minus von 36,2 Millionen Euro in den Büchern stand.

Mut machen zumindest die Buchungszahlen für das zweite Halbjahr. Aktuell findet sich ein Auftragsbestand gebuchter Reisen für diesen Zeitraum von mehr als 100 Millionen Euro in den Büchern. Allerdings sind diese Buchungen noch keine gesicherten Umsätze, da die entsprechenden Provisionserlöse erst bei Abreise erzielt werden. Und das Reiseverhalten ist derzeit aufgrund der Delta-Variante mit Unsicherheiten behaftet.

Folglich ist Sparen weiterhin oberstes Gebot. So hat die Buchungsplattform bisher nur 7,5 Prozent des Vorjahresbudgets für Marketingmaßnahmen ausgegeben. Wichtigster Posten sei der Verzicht auf den Einsatz von Gutscheinen, heißt es vom Unternehmen. Zudem hat HolidayCheck auch beim Personal ordentlich den Rotstift angesetzt. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von 100 Stellen, rund 20 Prozent der Belegschaft, angekündigt. Als Personalkosten nennt der Reiseanbieter für das erste Halbjahr 2021 nun noch 10,7 Millionen Euro nach 16 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr.

Das macht sich beim Cash-Bestand positiv bemerkbar: Zum 30. Juni 2021 beliefen sich die verfügbaren Zahlungsmittel auf 62,1 Millionen Euro. Zum Vergleich: Zum 31. Dezember 2020 waren es lediglich 33,7 Millionen Euro.

HolidayCheck Group (WKN: 549532)

Klar, die Zahlen sind aufgrund der Corona-Problematik alles andere als erfreulich. Dennoch sprechen zwei Aspekte für HolidayCheck: Zum einen hat Corona den Trend zur Online-Buchung beschleunigt, was das Geschäftsmodell des E-Travel-Akteurs attraktiver macht. Zum anderen ist die Nachfrage nach Reisen in hohem Maße vorhanden, wie der Buchungsbestand für das zweite Halbjahr signalisiert. Kurzum: Investierte Anleger bleiben weiter an Bord, beachten jedoch den Stopp bei 2,15 Euro.