24.04.2018 Andreas Deutsch

Hasbro: 97.000 Prozent Rendite - und nun das!

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Der Spielzeughersteller Hasbro hat Probleme. Im ersten Quartal machten die Amerikaner einen Verlust, nachdem sie ein Jahr zuvor noch einen üppigen Gewinn verbuchten hatten. Wie kann Hasbro die Wende schaffen?

Die Pleite von Toys'R'Us setzt Hasbro ordentlich zu und hat zu einem Quartalsverlust von 113 Millionen Dollar geführt. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Hersteller von Monopoly, Star-Wars-Spielzeug und Eiskönigin-Puppen noch 69 Millionen Dollar verdient. Der Umsatz ging im ersten Quartal um 16 Prozent auf 716 Millionen Dollar zurück.

Toys'R'Us hatte Mitte März bekannt gegeben, alle Filialen in den USA und Großbritannien zu schließen. Für Hasbro und auch den großen Konkurrenten Mattel eine Katastrophe, ist Toys'R'Us doch seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Vertriebskanäle für die Spielzeugbranche.

Doch das Schlimmste scheint überstanden. „Wir arbeiten daran, die kurzfristigen Auswirkungen von Toys'R'Us hinter uns zu bringen“, so Hasbro-CEO Brian Goldner. Linda Bolton Weiser, Analystin bei D.A. Davidson, sagte: „Es scheint, dass die schlimmsten Auswirkungen im ersten Quartal registriert wurden“.

Der Grund für die Hoffnung: Walmart und Target, die beiden großen Einzelhandelsketten in den USA, könnten die Lücke, die Toys'R'Us hinterlässt, schließen. Bereits jetzt ist Walmart der größte Spielzeughersteller in den USA.

Die Hasbro-Aktie drehte nach dieser Aussage Goldners ins Plus. Denn schließlich ist es ja nicht so, dass das Produktportfolio von Hasbro nicht passt. Neben Klassikern wie Monopoly oder Risiko bringt der Konzern jedes Jahr neue Bestseller auf den Markt. Dabei ist die Kooperation mit Walt Disney Gold wert für Hasbro. Disney bringt im Mai das Star-Wars-Spinoff Solo in die Kinos, im kommenden Jahr startet Frozen 2 – beides Filme, die das Merchandising-Geschäft kräftig ankurbeln sollten. Frozen-Puppen (dt. Die Eisprinzessin) sind der absolute Renner bei jungen Mädchen.

Story noch nicht vorbei

Hasbro hat seit dem Börsengang eine unfassbare Performance von 97.000 Prozent hingelegt. Die jüngste Korrektur von 25 Prozent bietet langfristig orientierten Anlegern eine Kaufgelegenheit. Zumal die Aktie nun günstig bewertet ist: Das 2018er-KGV beträgt 18, bei einem Gewinnwachstum von 13 Prozent. Zehn von 16 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, sechs sagen „Halten“. Das durchschnittliche Kurspotenzial beträgt 15 Prozent.