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24.10.2018 Dr. Dennis Riedl

Fünf Tage Verluste im DAX: Jetzt wird es interessant!

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DAX

Der DAX hat die letzten fünf Handelstage in Folge Kursverluste verzeichnet. Das passiert im Schnitt nur drei Mal im Jahr. So geht es meistens danach weiter.

Die Zeichen stehen (Stand 15 Uhr) gut, dass der DAX seine Verlustserie von aktuell fünf Handelstagen in Folge mit Kursverlusten mit dem heutigen Tage beenden kann. Was würde das kurzfristig bedeuten? Etwas Gutes: Nach einer beendeten Serie legt der DAX am folgenden Tag (in diesem Fall am morgigen Donnerstag) in 61 Prozent der Fälle weiter zu – im Schnitt steigt er um weitere 0,25 Prozent. Das ist statistisch durchaus ein auffälliges Ergebnis.

Die längsten Verlustserien des deutschen Leitindex
Die längste Verlustserie hat der DAX in seiner Geschichte bisher zwischen dem 3. und 22. September auf das Parkett gelegt: 14 Handelstage in Folge rote Vorzeichen erzeugten ein kumuliertes Minus von 8,4 Prozent. In der darauffolgenden Woche ging es dann übrigens kräftig nach oben: In diesen fünf Tagen machte der DAX wieder 4,6 Prozent gut. Diese Episode wirft die Frage auf, ob lange Verlustserien allgemein gute Einstiegsbedingungen liefern – oder ob sie im allgemeinen ein Vorbote für weitere Kursverluste in den darauffolgenden Wochen sind?
Einen Überblick hierüber liefert die folgende Tabelle, in der je nach Länge der Gewinn-/Verlustserie die durchschnittliche DAX-Performance für mehrere Folgeperioden angegeben ist:

Ein Hauptergebnis ist, dass Serien im Allgemeinen normalerweise nicht relevant sind für die künftige DAX-Entwicklung. Doch interessanterweise gibt es einige Ausnahmen: Ab sechs Verlusttagen in Folge steigt die Wahrscheinlichkeit für eine DAX-Gegenbewegung in der darauffolgenden Woche an. Ab sieben Verlusttagen wird diese Tendenz statistisch signifikant. Wir kommen also aktuell in einen Bereich, wo weitere Kursverfälle im DAX kurzfristig einen Boden überaus wahrscheinlich machen. Spätestens zwei Wochen nach der beendeten Negativserie sollte man seine Long-Segel dann aber wieder einholen: Danach kippt die Statistik wieder zu Ungunsten des deutschen Leitindex. Das sind nichts anderes als die typischen Charakteristika eines bestehenden Abwärtstrends.

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