14.01.2016 Jonas Groß

Facebook nicht mehr die Nummer 1 – YouTube zieht vorbei

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Trendthema

Facebook muss seine Pole-Position als meistgenutztes soziales Netzwerk in Deutschland abgeben. Das berichtet das Beratungsunternehmen Faktenkontor im „Social-Media-Atlas 2015/2016“. Demnach besuchen noch 87 Prozent aller Nutzer von Social-Media-Plattformen Facebook. YouTube konnte mit einer Quote von 88 Prozent im Ranking der meistgenutzten Plattformen die Pole-Position übernehmen.

Nutzerzahlen rückläufig

Die Zahl der Facebook-Nutzer notiert somit laut Faktenkontor auf dem niedrigsten Stand seit 2012. Auch die Zahl der Mitglieder, die Kommentare oder Bilder posten, ist stark rückläufig. 2012 hatten noch 58 Prozent der Nutzer in Deutschland auf Facebook eigene Beiträge beigesteuert. Bis 2015 ging die Zahl auf 34 Prozent zurück. Roland Heintze, Social-Media-Experte beim Faktenkontor, rechnet damit, dass diese Entwicklung in nächster Zeit weitergehen wird.

Facebook sieht das anders

Facebook dementiert einen Rückgang der Nutzerzahlen. Vielmehr verweist das Unternehmen darauf, dass die Anzahl aktiver Nutzer in Deutschland im Verlauf des Jahres auf nun 27 Millionen gestiegen sei. Die Unterschiede zu den Auswertungen von Faktenkontor liegen vor allem in der Definition von „aktiven Nutzern“. Facebook bezeichnet hierbei Nutzer, die sich einmal im Monat einloggen.

Mehr dazu im Heft

Auch wenn die Nutzerzahlen leicht zurückgehen: Das soziale Netzwerk hat weiterhin eine starke Marktstellung und erweitert seine Plattform, um neue Nutzer zu gewinnen. So soll „Facebook at Work“ eingeführt werden, das das soziale Netzwerk für Geschäftskunden attraktiv machen soll. Die Töchter Whatsapp und Instagram entwickeln sich stark, die Werbeeinnahmen sprudeln. Anleger bleiben dabei. Die Wachstumsaussichten überzeugen. Mehr zur Facebook-Aktie lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.

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Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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