06.05.2020 Michel Doepke

Erst Stemline, dann Portola: Übernahmealarm im Biotech-Sektor mit unglaublichen Aufschlägen

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PORTOLA PHARMACEU...

Trotz anhaltender Unsicherheiten bezüglich der Corona-Pandemie dreht sich im Biotech-Sektor das Übernahmekarussell weiter. Mit Stemline und Portola erhielten diese Woche gleich zwei kleinere Biotech-Gesellschaften ein Übernahmeangebot. Und es ist damit zu rechnen, dass die M&A-Aktivitäten im Sektor hoch bleiben.

Italiener greifen zu

Bereits am Montag unterbreitete die italienische Menarini Group Stemline Therapeutics ein Übernahmeangebot. Die Europäer bieten 11,50 Dollar in Cash und einen zusätzlichen Dollar in Form eines bedingten Wertrechtes. Stemline wird damit mit bis zu 677 Millionen Dollar bewertet.

Stemline Therapeu... (WKN: A1KCL6)

Alexion will zukaufen

Die Stemline-Aktie schnellte daraufhin um über 150 Prozent nach oben. Dreistellig legte im gestrigen Handel auch das Papier von Portola zu. Denn das Biotech-Schwergewicht Alexion, bekannt für das Medikament Soliris, greift nach der Gesellschaft.

Portola Pharmaceu... (WKN: A1T9FK)

Alexion bietet 18 Dollar je Portola-Aktie, was einem Aufschlag von über 130 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Vortag bedeutet. Portola vertreibt Andexxa, ein Antidot gegen Faktor-Xa-Hemmer. Für den AKTIONÄR ergibt der Zukauf von Alexion wenig Sinn. Portola wäre wohl bei Unternehmen die Gerinnungshemmer vertreiben, wie beispielsweise Bayer oder Johnson & Johnson, besser aufgehoben.

Alexion Pharmaceuticals (WKN: 899527)

Das interpretieren offensichtlich auch die Anleger so. An der Börse sackte die Alexion-Aktie 5,4 Prozent ab und rauschte wieder unter die Marke von 100 Dollar.

Große Pharma- und Biotech-Unternehmen dürften auch in den kommenden Wochen und Monaten nach attraktiven Zukäufen Ausschau halten. Stemline und Portola sind mit Sicherheit nicht die letzten Übernahme-Kracher im Sektor gewesen. Bei Alexion sollten Anleger weiter an der Seitenlinie verharren. Es gibt ganz klar aussichtsreiche Werte in der Biotech-Branche.