24.01.2020 Samuel Kolbeck

Ericsson Q4: Amerika-Geschäft bringt Aktie zu Fall

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Ericsson
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Das Mobilfunk- und Telekommunikationsunternehmen hat im vierten Quartal besser als erwartet abgeschnitten. Grund dafür war vor allem das starke Geschäft in Asien. Das große Problem bleibt jedoch Nordamerika. In der Folge fällt die Aktie um über sieben Prozent.

Der Nettogewinn konnte im vierten Quartal auf 4,5 Milliarden SEK gesteigert werden, im gesamten Jahr waren es 1,8 Milliarden SEK. Der Jahresumsatz stieg um vier Prozent und der des letzten Quartals um ein Prozent. Die Bruttomarge des Netzwerksektors verringerte sich, aufgrund der Übernahme des Antennenherstellers Kathrein. Diese Entwicklung wird allerdings durch die anderen Sektoren kompensiert und insgesamt bleibt die Bruttomarge konstant.

Quelle: Ericsson 2020 | Fourth quarter report 2019

Ericsson schwächelt in Nordamerika

Aufgrund des zähen Vorhabens von T-Mobile US und Sprint zu fusionieren, waren Telefongesellschaften zuletzt nicht bereit, viel in das 5G-Netzwerk in Amerika zu investieren. Die beiden Unternehmen belegen Platz drei und vier der größten Mobilfunkbetreiber des Landes und im Augenblick liegt die Fusion in den Händen eines U.S. Bezirksrichters.

Die USA gelten als Pionier im Bereich 5G. Andere Märkte halten sich zum Teil noch zurück und warten auf Anzeichen, ob die Technologie von den Kunden gewollt wird. Börje Ekholm, Präsident und CEO von Ericsson, sieht die geschäftlichen Grundlagen weiterhin als gut an, allerdings kann er keine Antwort darauf geben, wann die Unsicherheiten ein Ende haben werden. Grundsätzlich ist Ericsson in Amerika gut positioniert, auch da die Konkurrenz Huawei aufgrund von Sicherheitsbedenken aus dem US-Markt ausgeschlossen ist.

Das erwartet Ericsson in 2020

Für gewöhnlich gehen die Umsatzerlöse und die Bruttomarge laut Ericsson in Q1 um 25 Prozent zurück. Aufgrund des schwachen vierten Quartals, sollen die Erlöse dieses Jahr allerdings weniger einbrechen.

In China werden auch 2020 Investments nötig sein, die sich vorerst auf die Gewinne auswirken. Auch der Zukauf von Kathrein wird sich bemerkbar machen.

Die Betriebskosten sinken zwar erfahrungsgemäß im ersten Quartal, allerdings werden diese im allgemeinen höher, da Ericsson vorhat, mehr in Digitalisierungsprozesse und in Sicherheit zu investieren.

Trotzdem bleiben die Finanzziele unverändert: Die Gewinnmarge soll sich 2020 um zehn Prozent und 2022 um zwölf bis 14 Prozent erhöhen.

Ericsson (WKN: 850001)

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