11.03.2019 Andreas Deutsch

Egbert Prior: Kaufen Sie diese DAX-Aktie und lassen Sie sie liegen

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DAX
Trendthema

Er kennt die Aktienmärkte aus dem Effeff, hat alle Trends ganz genau im Blick. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie auf deraktionaer.de über seine Favoriten an der Börse. Das sind vor allem deutsche Nebenwerte mit hohem Kurspotenzial. Lesen Sie seine Analyse.

„Seit einem Jahr befindet sich die Merck-Aktie wieder im Aufwind. Ende März vergangenen Jahres lag die Notiz im Tief bei 74,80 Euro. Aktuell sind es 93,42 Euro. Bis zum Allzeithoch – 114,40 Euro im Mai 2017 – ist allerdings noch Luft.

Die meiste Fantasie versprüht die Pharmasparte. Hier gab es in der letzten Zeit einige handfeste Erfolge. Im Februar vereinbarten die Darmstädter mit dem britischen Pharmariesen Glaxo eine umfangreiche Kooperation bei der Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs M7824 aus der Merck-Pipeline.

Der Arzneimittelkandidat soll in der Immuntherapie gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden. Derzeit laufen klinische Studien. Die Immuntherapie gilt derzeit als eines der heißesten Themen in der Onkologie. Neben Meilensteinzahlungen an Merck wollen die Partner die Kosten hälftig teilen. Im Erfolgsfall winken Einnahmen in Höhe von einigen Milliarden.

Bislang galt als größter Hoffnungsträger der Hessen der Wirkstoff Avelumab, der in einer ähnlichen Allianz mit dem US-Pharmakonzern Pfizer für unterschiedliche Krebsindikationen entwickelt werden soll. Merck bündelt die Ressourcen auf innovative, verschreibungspflichtige Medikamente und versilberte im letzten Jahr die Sparte mit rezeptfreien Präparaten an den US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble.

Der Erlös von 3,4 Milliarden Euro soll nun unter anderem in die Entwicklung von Krebsmedikamenten gesteckt werden.

Neuer Deal

Bemerkenswert ist auch die vor wenigen Wochen bekanntgegebene Zusammenarbeit mit dem chinesischen Internetunternehmen Tencent. Die Partner wollen via Internetplattformen im Reich der Mitte digitale Therapieangebote machen. Letztes Jahr waren die Darmstädter bereits eine Kooperation mit dem Internetportal Alibaba Health eingegangen.

Neben der Sparte Healthcare hat der Traditionskonzern, der letztes Jahr seinen 350. Geburtstag feierte, noch zwei weitere Standbeine. Das Geschäftsfeld Life Science bietet Laborgeräte an. Der Schwerpunkt des Segments Performance Materials liegt auf Flüssigkeitskristallen für Flachbildschirme. Hier sieht man sich als Weltmarktführer.

Auch das Geschäft mit den Elektronikchemikalien möchte Merck ausbauen und bietet 5,3 Milliarden Euro in bar für Versum Materials. Die US-Gesellschaft ist auf chemische Materialien für Halbleiter spezialisiert. Die Darmstädter sehen darin eine Komplettierung ihres Angebots. Schönheitsfehler: Versum lehnt die Offerte ab und hatte bereits im Januar die Fusion mit dem amerikanischen Konkurrenten Entegris angekündigt. Die Zustimmung der Aktionäre steht allerdings noch aus. Merck-Chef Stefan Oschmann lässt nicht locker und möchte die Versum Anteilseigner von seinem Angebot überzeugen.

2018 bezeichnete Unternehmenslenker Oschmann ein „Jahr des Übergangs und der Investitionen“. Man habe die Neuausrichtung auf innovative Geschäfte weiter vorangetrieben. Der Umsatz kletterte organisch um sechs Prozent auf 14,8 Milliarden, der operative Gewinn schrumpfte allerdings um elf Prozent. Grund waren vor allem negative Wechselkurseffekte. 2019 wollen die Darmstädter den Gewinn wieder steigern. 2018 verdiente Merck 3,4 Milliarden nach Steuern. Das knackige Ergebnis enthält auch einen satten Gewinn aus dem Verkauf der Sparte mit rezeptfreien Mitteln. 2,2 Milliarden Euro investierte Merck in Forschung & Entwicklung.

Solide Sache

Mit einem KGV (2019) von 16 ist die Aktie moderat bewertet. 70 Prozent des Kapitals liegen in den Händen des Merck Familienclans. Fazit: Solide, diversifiziert, innovativ. Kaufen und liegenlassen.“

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