13.02.2019 Martin Weiß

Deutsche Telekom - bei der US-Tochter bahnt sich die Entscheidung an

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Deutsche Telekom
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T-Mobile US will unbedingt die Fusion mit Sprint, doch die US-Wettbewerbshüter sind skeptisch. Bei einer Anhörung will die erfolgreiche Tochter des Bonner Telekomriesen nun die Entscheidung erzwingen, auch wenn das heißt, auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen. 

Es ist rund ein Jahr her, da posierten John Legere und Marcelo Claure an der New York Stock Exchange für die Fotografen. Die Stimmung war ausgelassen, die Chefs von T-Mobile US (Legere) und Sprint lachten und alberten herum (hier klicken). 

Diese Zeiten sind vorbei und wenn Legere heute vor dem US-Kongress steht, dürfte ihm kaum zum Lachen zumute sein. 

Die geplante Fusion zwischen der Nummer 3 und 4 im amerikanischen Mobilfunkmarkt steht auf der Kippe. Zwar geht von dem Deal keine Gefahr für die nationale Sicherheit aus und von der entsprechenden Behörde haben beide Konzerne grünes Licht bekommen. 

Die Zustimmung von Justizministerium und FCC stehen aber noch aus. Und sie sind kein Selbstläufer. Zu groß sind die Bedenken, dass der 26-Milliarden-Dollar-Deal schädlich für den Wettbewerb sein wird. Gewerkschaften und Verbraucherschützer wittern ebenfalls die Gefahr, dass nach einer Fusion die Preise um bis zu zehn Prozent steigen und 30.000 Stellen abgebaut werden. 

Deshalb will Legere die Anhörung nutzen, um die Abgeordneten von den Vorteilen zu überzeugen. Aus Sicht des Managers liegen die auf der Hand: Neben neuen Jobs schafft der Zusammenschluss die Voraussetzung, um eine moderne 5G-Infrastruktur zu errichten. Beim Aufbau des 5G-Netzes würde die neue Gesellschaft zudem auf Equipment von Huawei verzichten. Auch würden die Preise für die Endkunden für drei Jahre eingefroren.

Was passiert, wenn Legere scheitert? Die Auswirkungen wären weitreichend. T-Mobile US ist im amerikanischen Mobilfunkmarkt zwar die Nummer 3 und - das belegen die jüngsten Q4-Zahlen - weiter erfolgreich. Der Anstieg der Service-Umsätze auf Rekordniveau und der Zuwachs um 14 Prozent bei den Vertragskunden (Grafik) reicht jedoch nicht, um dauerhaft im Kampf gegen die Erzrivalen und Marktführer Verizon und AT&T bestehen zu können. Dasselbe gilt für Sprint. 

Vor allem der Ausbau der Infrastruktur wird die Unternehmen mit Milliarden belasten - eine Herkulesaufgabe, die sich leichter gemeinsam stemmen lässt. 

DER AKTIONÄR spekuliert weiter auf eine Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint. In diesem Fall dürfte auch die Deutsche Telekom einen dringend benötigten Kurs-Impuls bekommen und wieder in Richtung der Marke bei 15 Euro laufen.