04.04.2019 Maximilian Völkl

Deutsche Telekom: Aktie hinkt hinterher – da geht noch mehr

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Deutsche Telekom
Trendthema

Die 5G-Versteigerung geht dem Ende entgegen. Nach 123 Runden belaufen sich die Gebote auf 2,6 Milliarden Euro. Insgesamt könnten die Telekomkonzerne damit günstiger davonkommen als befürchtet. Während United Internet und Drillisch am Mittwoch deshalb bereits ansprangen, hinkt der Marktführer Deutsche Telekom noch hinterher.

Am Mittwoch gab es auf der Zielgeraden der 5G-Auktion zwar noch einmal neue Gebote, dennoch dürfte die Versteigerung verhältnismäßig günstig zu Ende gehen. Die T-Aktie reagiert darauf bislang aber kaum. Hintergrund: Für United Internet und 1&1 Drillisch ist die 5G-Versteigerung ein Drahtseilakt. Würde die Auktion zu teuer, könnte der Neueinsteiger nachhaltig unter den Kosten leiden. Die Deutsche Telekom dagegen ist bilanziell deutlich stärker aufgestellt und kann die Milliardensummen für den Netzausbau für 5G leichter stemmen. Entsprechend schlagen aber auch die eingesparten Summen weniger deutlich auf den Aktienkurs durch.

Das Sorgenkind T-Systems, das zuletzt den Weg der Besserung eingeschlagen hat, hat derweil noch immer einen langen Weg vor sich. „Wir müssen noch viel tun. Wir müssen besser werden”, sagte Spartenchef Adel Al-Saleh im Interview mit Reuters. Mit dem ersten Umsatzwachstum nach mehreren Jahren trägt der Konzernumbau zwar bereits Früchte. Ziel bleibt es aber, „bis Ende 2021/Anfang 2022 einen positiven Beitrag zum Cash-Flow zu leisten“, so Al-Saleh.

Dabeibleiben

Die T-Aktie reagiert weniger sensitiv auf die Kosten des 5G-Ausbaus als United Internet oder Drillisch. Das ist insgesamt positiv zu werten, da nach wie vor nicht klar ist, welche Kosten am Ende auf die Konzerne zukommen. Doch bei der Telekom gibt es noch mehr offene Fragen. Während T-Systems langsam wieder in die Spur kommt, bleibt die Zukunft des Wachstumsmotors T-Mobile US fraglich. Die Zweifel an der Fusion mit Sprint wachsen. Aufgrund der unklaren Gemengelage bleiben Neueinsteiger an der Seitenlinie. Wer bei der Dividendenperle an Bord ist, bleibt mit Stopp bei 12,50 Euro dabei.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Telekom.