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Deutsche Bank: Attacke auf die Neobroker – Kampfpreise beim Altersvorsorgedepot

Deutsche Bank: Attacke auf die Neobroker – Kampfpreise beim Altersvorsorgedepot
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Michael Herrmann Heute, 13:48 ‧ Michael Herrmann
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  • Die Deutsche Bank startet 2027 mit einem eigenen Altersvorsorgedepot.
  • Das digitale Depot kostet zunächst 0,10 Prozent pro Jahr, danach 0,28 Prozent.
  • Beratung gibt es im erweiterten Depot für 0,99 Prozent jährlich.

Deutsche Bank hat ihre Pläne für das neue Altersvorsorgedepot vorgestellt. Wie schon die Sparkassen attackiert auch die größte deutsche Privatbank die Konkurrenz der Neobroker mit Kampfpreisen – zumindest in den ersten beiden Jahren. Wird die Bank sich damit ein gutes Stück vom neuen Kuchen sichern können?

Die Deutsche Bank will beim neuen Altersvorsorgedepot von Beginn an mitmischen – und hat dafür gute Voraussetzungen. Mit insgesamt 19 Millionen Kunden bei Deutscher Bank und Postbank kann der Konzern eine enorme Reichweite nutzen. Selbst wenn nur ein Teil davon das neue Angebot annimmt, dürfte sich die Bank ein Stück vom Kuchen sichern.

Zum geplanten Start am 1. Januar 2027 setzt das Institut auf zwei Wege: Das digitale Standarddepot der Fondstochter DWS kostet in den ersten beiden Jahren 0,10 Prozent pro Jahr, danach 0,28 Prozent. Hinzu kommen die Produktkosten der ausgewählten ETFs.

Zum Vergleich: Scalable Capital stellt für sein Standarddepot laufende Kosten von höchstens 0,15 Prozent in Aussicht, die Deka verlangt 0,10 Prozent. Zumindest zum Start ist die Deutsche Bank damit konkurrenzfähig – auch wenn besonders günstige Wettbewerber die Messlatte niedrig legen.

Wer persönliche Unterstützung möchte, soll ein erweitertes DWS-Vorsorgedepot mit Beratung wählen können. Dafür werden 0,99 Prozent pro Jahr fällig, plus mögliche Transaktionskosten.

Darüber hinaus sind gemeinsam mit der Zurich entwickelte Versicherungslösungen geplant, wahlweise mit oder ohne Garantie. Die Deutsche Bank deckt damit vom digitalen Basisangebot bis zur persönlichen Beratung ein breites Spektrum ab – und eröffnet sich zugleich zusätzliche Ertragschancen.

Deutsche-Bank-Manager Raffael Gasser weist Befürchtungen zurück, Anbieter könnten mit Lockpreisen Kunden gewinnen und später die Gebühren anheben. Das Gesetz erlaubt Preisanpassungen mit einer Ankündigungsfrist von vier Monaten. Entscheidend wird daher sein, ob die Kunden dem Preisversprechen langfristig vertrauen.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Die Deutsche Bank positioniert sich rechtzeitig für einen Markt, der ab 2027 hart umkämpft sein wird. Die genannten Rahmendaten der Angebote geben ihr eine realistische Chance, ein ordentliches Stück dieses neuen Kuchens abzubekommen. Die Aktie bietet aber vor allem angesichts der eklatanten Unterbewertung im Vergleich zur Peergroup weiter ordentlich Luft nach oben. Auch die Dividende von 3,6 Prozent ist nicht zu verachten.

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Quelle: DER AKTIONÄR

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