Neue Top-Titel für das AKTIONÄR-Depot
Foto: Börsenmedien AG
13.05.2015 Maximilian Steppan

DAX-Schlusslicht: Deutsche Post - Schwäche zum Kauf nutzen?

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In einem starken Gesamtmarkt fällt ein Titel aus dem Rahmen: Die Aktie der Deutschen Post. Mit einem Minus von mehr als zwei Prozent steht das Papier abgeschlagen am DAX-Ende. Indes geben einige Analysten ihr Votum für die Papiere des Logistikriesen ab.

So hat Christopher Combe von der US-Bank JPMorgan die Einstufung nach den Zahlen zum ersten Quartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 29 Euro belassen. Der operative Gewinn (Ebit) des Logistikkonzerns habe seiner Prognose entsprochen, aber die Konsensschätzung jedoch verfehlt.

Optmistischer ist dagegen Dirk Schlamp von der DZ Bank. Schlamp hat die Einstufung nach den Zahlen auf "Kaufen" mit einem fairen Wert von 30,50 Euro belassen. Das Frachtgeschäft das Logistikers habe enttäuscht, schrieb der Analyst. Das erste Quartal sei ergebnisseitig etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ihre Jahresziele habe die Post aber bekräftigt.

Insgesamt beschäftigen sich 32 Experten mit der Aktie der Deutschen Post. Elf Kaufempfehlungen stehen 18 Halte- und drei Verkaufsratings gegenüber.

Analyst Zafer Rüzgar vom Analysehaus Independent Research gehört zu den drei Experten, die zum Verkauf raten. Rüzgar hat die Einstufung für die Deutsche Post nach Zahlen auf "Verkaufen" mit einem Kursziel von 28 Euro belassen. Der Logistikkonzern habe getragen von Währungseffekten und einer starken Volumenentwicklung im deutschen Paketgeschäft umsatzseitig seine und auch die Konsensschätzungen übertroffen. Das Ergebnis habe vor allem wegen des Frachtgeschäfts enttäuscht.

Unter fundamentalen Gesichtspunkten bleibt der DAX-Titel aufgrund seiner günstigen Bewertung im Branchenvergleich für den AKTIONÄR ein Kauf. Denn die Aussichten für die Deutsche Post bleiben dank des robusten Wachstums im Paketgeschäft sowie der starken Stellung in den Schwellenländern unverändert gut. Der Stopp sollte bei 24,50 Euro belassen werden, da sich die charttechnische Situation mit dem Rutsch unter die 28 Euro-Marke und damit dem Ausbruchsniveau eingetrübt hat. Als nächste Unterstützungen gelten nun die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 26,83 Euro verläuft und die Horizontale knapp unter der 26 Euro-Marke.

(mit Material von dpa-AFX)

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