15.04.2019 Marion Schlegel

Daimler: Neue Vorwürfe im Diesel-Skandal – was bedeutet das jetzt für die Aktie?

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Beim Autobauer Daimler gibt es einen neuen Verdacht der Manipulation von Abgaswerten bei Dieselautos. Bei etwa 60.000 Sportgeländewagen (SUV) von Daimler sollen die Werte mit Hilfe eines Computerprogramms gesenkt worden sein - aber nur auf dem Prüfstand und nicht im täglichen Verkehr. Die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtete über die Vorwürfe. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler wegen Verdachts auf eine weitere "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingeleitet.

Die Manipulation soll bei dem Modell Mercedes-Benz GLK 220 CDI mit der Abgasnorm 5 vorgenommen worden sein. Ein Daimler-Sprecher bestätigte am Sonntag, dass bei dem Sachverhalt diese Fahrzeuge aus den Produktionsjahren 2012 bis 2015 untersucht würden. Zunächst nicht bestätigen konnte er die Zahl von rund 60.000 Fahrzeugen. Daimler enthielt sich zunächst einer Bewertung des Vorgangs.

Die Behörde ist bereits im Herbst 2018 auf die verdächtige Software-Funktion bei dem Motor OM 651 gestoßen, wie "Bild am Sonntag" berichtete. Weitere Emissionsmessungen bei einem GLK-Modell hätten den Verdacht erhärtet.

In welcher Weise soll manipuliert worden sein? Die beanstandete Software-Funktion aktiviert offenkundig eine spezielle Temperaturregelung. Diese hält nach Recherche der Zeitung den Kühlmittelkreislauf künstlich kälter und verzögert die Aufwärmung des Motoröls. Die Folge: Die Stickoxid-Werte blieben auf dem Prüfstand auf einem niedrigeren Niveau, unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts im Neuen Europäischen Prüfzyklus (NEFZ). Im Straßenbetrieb werde die Funktion dagegen deaktiviert und der Grenzwert von 180 Milligramm pro Kilometer deutlich überschritten.

Daimler kann nun Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Die Aktie von Daimler reagiert am Morgen mit einem moderaten Minus auf die neuen Vorwürfe. Zuletzt konnte das Papier mit dem Sprung über die 200-Tage-Linie sowie auf ein neues Jahreshoch ein Kaufsignal generieren. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird bei neuen Erkenntnissen ein Update veröffentlichen.

(Mit Material von dpa-AFX)