10.05.2020 Marion Schlegel

Corona: Zulassung für ersten Antigen-Test in den USA – Aktie kennt kein Halten

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QUIDEL

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einem Antigentest auf das Coronavirus eine Notfallgenehmigung erteilt. Es handele sich dabei um eine neue Kategorie von Test, die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern könne, schreibt die FDA. Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen nachgewiesen. Damit unterscheidet sich die Untersuchung von Gentests, bei denen Viren-Erbgut in Abstrichen nachgewiesen wird, und von Antikörpertests, bei denen vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

QUIDEL (WKN: 867261)

Ein Vorteil der Antigentests ist laut FDA, dass sie sehr schnell Ergebnisse liefern. Allerdings seien sie weniger sensitiv als Gentests, ihnen rutschen also mehr Infektionen durch. Die FDA stellte fest, dass der Test weniger zuverlässig ist, um eine Infektion bei Patienten auszuschließen, und dass negative Ergebnisse „möglicherweise mit einem PCR-Test bestätigt werden müssen, bevor Behandlungsentscheidungen getroffen werden oder um die mögliche Ausbreitung des Virus aufgrund eines falsch negativen Effekts zu verhindern“.

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) konnte am Sonntag zunächst keine Auskunft dazu geben, wie es um eine Zulassung solcher Antigentests in Deutschland steht. Eine Infektion wird in Deutschland in aller Regel mit einem Gentest festgestellt. Außerdem laufen Untersuchungen mit Antikörpertests, um zu bestimmen, wieviele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren.

Es handelt sich um die in San Diego ansässige Quidel, die die Genehmigung für die Tests erhalten hat. Die Aktie ist bereits im Vorfeld massiv gestiegen. Notierte die Aktie Anfang März noch bei rund 80 Dollar, kostete sie zuletzt bereits knapp 160 Dollar. Die Aktie ist nun mittlerweile sehr heiß gelaufen, Kaufinteressenten sollten auf einen Rücksetzer warten.

(Mit Material von dpa-AFX)