Die Europäische Zentralbank hat soeben ihren Zinsentscheid verkündet. Wie erwartet, erhöht die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Anleger hatten mit exakt diesem Schritt bereits im Vorfeld gerechnet. Während die Börsianer nun wie gewohnt auf Lagardes Rede warten, fiel der DAX anschließend auf ein Tagestief bei 25.493 Punkte.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, waren die Verbraucherpreise im Euroraum im August auf 3,3 Prozent geklettert und hatten damit den höchsten Stand seit September 2023 markiert. Die nun verkündete Zinserhöhung ist bereits der zweite Zinsschritt in diesem Jahr. Schon im Juni hatte die EZB die Zinsen nach oben geschraubt.
Zur Begründung für den Zinsschritt gab die EZB an: „Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für Inflationsdruck, und die Inflation dürfte über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert bleiben. Die heutige Entscheidung unterstreicht das Bekenntnis des EZB-Rats, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei ihrem Zielwert von zwei Prozent stabilisiert.“
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die EZB nach neuen Projektionen nun mit einer durchschnittlichen Gesamtinflation von drei Prozent, 2027 dürfte sie 2,5 Prozent betragen und 2028 bei 2,1 Prozent liegen. Um Ernerige- und Lebensmittelpreise bereinigt soll die Inflation in diesem Jahr bei 2,5 Prozent liegen, 2027 auf 2,6 Prozent anziehen und 2028 auf 2,3 Prozent sinken.
Das sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat nach dem Zinsentscheid die weitere geldpolitische Lage erläutert. Dabei verwies sie auf gegenläufige Risiken: Während die Gefahren für die Inflation weiterhin nach oben gerichtet seien, bestünden beim Wirtschaftswachstum vor allem Abwärtsrisiken. Zugleich sieht sich die Notenbank für die kommenden Herausforderungen „gut positioniert“.
Lagarde betonte, dass die EZB ihre Geldpolitik weiterhin von der Entwicklung der Daten abhängig machen werde. Die jüngsten Prognosen der Notenbank sehen das Wirtschaftswachstum etwas robuster als bislang erwartet. Für 2026 und 2027 rechnet die EZB nun mit einem Plus von 0,9 beziehungsweise 1,4 Prozent. Gleichzeitig wurde die Inflationsprognose für 2027 auf durchschnittlich 2,5 Prozent angehoben.
Ein Grund für die erhöhte Unsicherheit sind die starken Schwankungen bei den Energiepreisen. Vor allem die Entwicklung der Öl- und Gaspreise erschwert aus Sicht der EZB die Einschätzung der weiteren Inflationsentwicklung. Entsprechend seien die aktuellen Projektionen mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten.
Lagarde machte zugleich deutlich, dass die EZB die Risiken für die Preisstabilität und das Wachstum genau beobachte. Trotz des schwierigen Umfelds sieht sie die Notenbank in einer Position, in der sie auf neue Entwicklungen reagieren kann.
Der DAX fiel nach dem EZB-Zinsentscheid auf ein Tagestief und baute die Verluste anschließend aus. Aktuell notiert der deutsche Leitindex rund 0,5 Prozent schwächer bei 25.459 Zählern. Gegenüber Rekordhoch bei 26.618 Zählern hat der DAX bereits 4,3 Prozent nachgegeben.
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