Mitte der Woche hat bei AUTO1 ein virtueller Kapitalmarkttag stattgefunden. Im Rahmen des Events präsentierte der Vorstand des Online-Gebrauchtwagenhändlers auch langfristige Ziele für das Merchant- und Retail-Geschäft sowie die Profitabilitäts- und Wachstumstreiber. Die Ausführungen kamen am Markt gut an. Auch bei den Analysten geht der Daumen nach oben.
AUTO1 will seine Auslieferungen auch künftig kräftig steigern. Dabei setzen sich die Berliner als nächstes Zwischenziel einen Absatz von 1,5 Millionen Fahrzeugen. Allein 300.000 davon sollen auf den Privatkundenbereich entfallen, das wäre etwa eine Verdreifachung im Vergleich zum Wert für 2025. Weitere Details vom Kapitalmarkttag gibt es hier.
AKTIONÄR-Leser wissen: Die AUTO1 Group betreibt eine digitale Plattform für den Online-Kauf und -Verkauf von Gebrauchtwagen. Das Unternehmen ist in zwei Segmente unterteilt: Merchant und Retail. Das Merchant-Segment verkauft Gebrauchtwagen über AUTO1.com an Autohändler. Das Retail-Segment bietet Gebrauchtwagen über Autohero.com Privatkunden an.
Nachdem AUTO1 eine leistungsstarke End-to-End-Plattform für den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen in Europa aufgebaut hat, ist das Unternehmen gut positioniert, um in einem stark fragmentierten Markt weiter Marktanteile zu gewinnen. Die hoch skalierbare Plattform und das gut aufgestellte Beschaffungsnetzwerk sollten es dem Unternehmen ermöglichen, bei weiterem Wachstum Skaleneffekte und Verbundvorteile zu erzielen.
Nach dem Kapitalmarkttag melden sich die Analysten zu Wort: Jefferies hat die Kaufempfehlung nach der Veröffentlichung der langfristigen Ziele mit einem Kursziel von 31 Euro bestätigt. Diese lägen deutlich über den Schätzungen des Analysehauses, so Giles Thorne. Er betrachte den Online-Gebrauchtwagenhändler schon seit Langem als ein Beispiel für qualitativ hochwertiges strukturelles Wachstum. Nun seien die Konturen dieses Wachstums weiter geschärft worden.
Ähnlich optimistisch äußert sich die UBS: Der Gebrauchtwagenhändler habe auf seiner virtuellen Kapitalmarktveranstaltung ein strahlendes Bild gezeichnet, so Jo Barnet-Lamb. Entscheidend bleibe aber die Umsetzung. Er hob seine mittel- und längerfristigen Prognosen an und sieht die Aktie daher nun erst bei 33,70 Euro, bislang 29,80 Euro, fair bewertet.
Alexander Zienkowicz von MWB Research geht noch etwas tiefer ins Detail: Das Management legte auf der Veranstaltung getrennte Unit Economics für das Merchant- und das Retail-Geschäft, Profitabilitätsbrücken sowie die Mechanik des Cashflows offen und leitete die langfristigen Ziele aus Bottom-up-Marktannahmen und operativen Werttreibern ab, was deren Glaubwürdigkeit deutlich erhöht habe. „Das Merchant-Geschäft bleibt der cashgenerierende Kern, während das Retail-Geschäft die zentrale langfristige Ertragschance darstellt, unterstützt durch die Skalierung von Autohero und Captive Finance“, so der Experte, der seine Schätzungen leicht nach oben gesetzt und im Anschluss auch das Kursziel von 33,00 auf 35,00 Euro erhöht hat.
Weiterhin etwas pessimistischer gestimmt bleibt Wolfgang Specht von Berenberg, der seine Einschätzung mit „Hold“ und einem Ziel von 25 Euro bestätigt hat, obwohl die Kapitalmarktveranstaltung die Hoffnung auf einen Break-even im Privatkundengeschäft bis 2029 genährt habe.
Die Details vom Kapitalmarkttag kommen am Markt gut an. Auf der Veranstaltung hat der Vorstand nachvollziehbar dargestellt, wie er die ausgegebenen langfristigen Ziele erreichen will. Bleiben die Bullen am Drücker, lauten die nächsten Ziele 28 und 30 Euro. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot bereits mit einer Trading-Position auf dieses Szenario. Die Position liegt bereits über 35 Prozent im Plus, Gewinnmitnahmen sind daher jederzeit eine Option.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von Auto1 befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 10:11