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12.07.2017 Andreas Deutsch

Apple-Opfer: Rekord-Absturz einer ehemaligen Top-Aktie

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Apple

60 Prozent hat dieser Titel seit Jahresanfang verloren – das ist die zweitschlechteste Performance im gesamten S&P 500. Seit dem Hoch vor vier Jahren hat die Aktie sogar 93 Prozent eingebüßt. Ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn bei einem Megatrend andere vorne sind.

Noch im Dezember 2014 war die Welt für Fossil bestens in Ordnung. Die Verkäufe liefen ordentlich, die Aktie stand bei 120 Dollar. Seitdem geht es steil bergab. Am Dienstag verlor die Aktie fünf Prozent, weil sich CEO Kosta Kartsotis von 625.000 Fossil-Aktien trennte. Nun notiert Fossil wieder unter zehn Dollar.

Dabei ist Fossil ein großer Player – eigentlich. Das Unternehmen fertigt Uhren für Labels wie Michael Kors, Marc Jacobs, DKNY, Emporio Armani oder Skagen. Dabei setzt Fossil seit Längerem auf Smartwatches.

Doch genau darin liegt das Problem. Mit Smartwatches sprechen die Hersteller vor allem junge Menschen an, und die wollen ein cooleres Produkt – allen voran die Apple Watch. Allein im vierten Quartal 2016 verkaufte Apple sechs Millionen Exemplare seiner Watch und setzte damit 2,6 Milliarden Dollar um. Die Marktforschungsfirma IDC erwartet, dass Apple noch auf Jahre klare Nummer 1 bei Smartwatches sein wird.

Neben den Smartwatches machen auch Fitnesstracker Uhrenherstellern wie Fossil das Leben schwer. Fitnesstracker messen die Herzfrequenz, die Schlafqualität – und können die Uhrzeit anzeigen. Wieso braucht man da noch eine klassische Armbanduhr von Fossil?

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Fossil im ersten Quartal den ersten Verlust in seiner Unternehmensgeschichte gemacht hat. Die Nettoumsätze fielen um zwölf Prozent auf 582 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Fossil einen Umsatzrückgang von 1,5 bis 6 Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie soll in einer Range von minus 40 bis plus 30 Cent liegen, 60 Cent Restrukturierungskosten je Aktie eingeschlossen.

Unsichere Zukunft

Fossils Börsenwert ist auf 484 Millionen Dollar zusammengeschmolzen – 66 Prozent davon sind Cash. Doch das ist nicht genug, um die Anleger zum Kauf der Aktie zu animieren. Es fehlt einfach der Glaube daran, dass Fossil in Zukunft eine Daseinsberechtigung haben wird. Luxusuhren werden als Liebhaberobjekte gewiss in 100 Jahren noch gefragt sein, anders sieht es da bei Uhren aus dem mittleren Preissegment wie den Fossil-Produkten aus. Ergo: Finger weg von der Minus-Aktie und lieber in Apple investieren.

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