29.05.2019 Nicola Hahn

Amgen-Aktie: Was hat der Biotech-Riese noch zu bieten?

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Amgen
Trendthema

Es läuft nicht mehr ganz so rund beim größten Biotechnologie-Konzern der Welt. Nach eher enttäuschenden Quartalszahlen für das erste Quartal, musste der Biotech-Gigant Amgen einiges an Federn lassen. Die Aktie verlor seit ihrem Allzeithoch bei 210,19 Dollar fast 20 Prozent. Steigender Wettbewerbsdruck lässt die Umsätze weiter stagnieren. Was hat der Konzern noch zu bieten und wann kommt die erhoffte Kehrtwende?

Trotz einiger Baustellen, ist das Unternehmen dennoch gut positioniert. Aktuell hat man sechs weitere Behandlungen in der Erforschung, die sich bei den Regulatoren (FDA) in Phase 3 befinden. Auch die weitere Pipeline ist gut bestückt.

Zu den Verkaufsschlagern zählen die Immunverstärker Enbrel und Neulasta. Allerdings bekommt man hier zunehmend die Konkurrenz zu spüren, sodass die Umsätze nur noch verlangsamt zulegen.

Quelle: Amgen Q1-Earnings Call 2019

Quelle: Amgen Q1-Earnings Call 2019

Überzeugen kann das Unternehmen jedoch mit einer enorm starken EBIT-Marge von rund 40 Prozent. Auch hat man die Dividende seit 2011 kontinuierlich angehoben. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 2,8 Prozent (5,80 USD je Aktie) und liegt damit deutlich über dem üblichen Durchschnitt der Branche. Außerdem können sich Aktionäre über ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 15 Milliarden Dollar freuen, welches man im letzten Jahr ankündigte.  

Übernahmen laufen

Erst vor wenigen Tagen hatte man das dänische Biopharma-Unternehmen Nuevolution AB für 166,8 Millionen Dollar übernommen. Nuevolution Forschung fokussiert sich besonders auf die Bereiche Krebs und starke Entzündungskrankheiten. Hierbei konnte man eine Plattform entwickeln, mit der kleinste Moleküle identifiziert werden können, die anschließend in Form von Pillen zur Behandlung eingenommen werden.

Hier gelangen Sie zur offiziellen Bekanntmachung.

Bei rund 30 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln, ist die Kriegskasse prall gefüllt. Weitere Übernahmen sind also nicht auszuschließen.    

Gefahr des „Medicare for All“

Ein besonderes Augenmerk richtet sich auch auf die zukünftige Präsidentschaftswahl. Besonders die Demokraten werben zurzeit mit dem Slogan „Medicare for All“. Bei einem Sieg dürften zukünftige Preiserhöhungen in der Branche wohl schwieriger werden.

Aktuell attraktiv bewertet

Riesige Wachstumsraten wie in der Vergangenheit sind bei Amgen in Zukunft wohl nicht mehr zu erwarten. Nichtsdestotrotz hat sich der Wert zu einer echten Dividendenperle entwickelt, der zudem bei einem aktuellen KGV von rund 14 sehr moderat bewertet ist. Künftige Zulassungen der sich in Phase-3 befindlichen Medikamente dürften auch dem Kurs wieder auf die Sprünge helfen. Charttechnisch hat sich das Bild jedoch eingetrübt. Die nächste Unterstützungszone liegt im Bereich von 148,76 Euro. Noch nicht investierte Anleger sollten vorerst abwarten, ob diese Marke hält. Was die langfristige Entwicklung von Amgen angeht, bleibt DER AKTIONÄR positiv gestimmt.