Die Aktien von Softwareunternehmen stehen weiterhin kräftig unter Druck. Grund ist die wachsende Sorge, dass KI viele klassische Geschäftsmodelle angreift. Dieses Narrativ hat am Dienstag neuen Schub erhalten, als bekannt wurde, dass Amazon Web Services (AWS) KI-Tools entwickelt, die Vertriebs- und Geschäftsprozesse automatisieren sollen.
Konkret arbeitet AWS an einem KI-Agenten, der das Vertriebsteam dabei unterstützt, Kunden schnell und präzise Antworten auf technische Fragen zu liefern. Im Zentrum steht dabei das sogenannte „Hands off the Wheel“-Prinzip, mit dem ein Großteil der bisherigen manuellen Prozesse durch KI ersetzt werden soll.
Konkret plant der Konzern, bis zu 75 Prozent der operativen Aufgaben in der Geschäftsentwicklung zu automatisieren – darunter die Generierung von Leads, die Vorbereitung von Verkaufsgesprächen und die Erstellung von Angeboten. Der Konzern erhofft sich durch dieses Vorgehen massive Effizienzgewinne. Bis 2033 könnte der Bedarf an Neueinstellungen in den Bereichen Operations und Vertrieb weltweit um bis zu 600.000 Stellen sinken.
Kann Amazon seine KI-Vorhaben umsetzen, dann dürften die Margen dadurch mittel- und langfristig betrachtet deutlich steigen, was sich auch im Aktienkurs widerspiegeln dürfte. Kurzfristig bleiben die Papiere aus charttechnischer Sicht allerdings vorerst unter Druck. Erst ein Sprung über die 50- und 200-Tage-Linie, welche beide im Bereich der Marke von 220 Dollar verlaufen und dort eine starke Widerstandszone bilden, würde für das nächste starke Kaufsignal sorgen.
Auch wenn die Zukunftsaussichten dank möglicher Effizienzgewinne durch KI gut sind, drängt sich ein Nachkauf aufgrund der charttechnischen Situation derzeit nicht auf. Wer bei der Empfehlung aus Ausgabe 20/25 zugegriffen hat, hält weiterhin an der Position fest.
Heute, 19:00