Die britische Investmentbank Barclays hat ihre Einschätzungen zu den Aktien der großen europäischen Versicherer überarbeitet. Während die Kursziele teils deutlich angehoben wurden, fällt das Gesamturteil für den Sektor ernüchternd aus. Das gilt insbesondere für die Aktie des Marktführers Allianz. Zu Recht?
- Barclays blickt skeptisch auf den europäischen Versicherungssektor.
- Munich Re und AXA sind die Favoriten: Beide erhalten „Overweight“.
- Für Allianz und Generali ist Barclays dagegen skeptisch und empfiehlt, die Aktie unterzugewichten.
Die Berichtssaison der europäischen Versicherungsbranche nach dem ersten Halbjahr hat auf den ersten Blick positiv überrascht. Bei genauerem Hinsehen überzeugen die Ergebnisse laut Barclays-Analystin Claudia Gaspari jedoch qualitativ nicht vollends.
Geringere Großschäden und aktuell günstige Marktbewertungen hätten grundlegende Schwächen in den operativen Trends überdeckt, so die Expertin. Zwar verfügten die Versicherer weiterhin über üppige Mittel. Wie diese eingesetzt werden sollen, sei allerdings vielfach unklar.
Damit fehle dem Sektor derzeit ein entscheidender Kurstreiber. Angesichts einer begrenzten Gewinndynamik und bereits angemessener Bewertungen hält Barclays die Branche aktuell für wenig attraktiv.
Für die Allianz hat Barclays das Kursziel nur minimal von 350,00 auf 353,00 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt jedoch bei „Underweight“. Kein Wunder, schließlich ist die Akie in den vergangenen Wochen von einem neuen Rekordhoch zum nächsten gejagt.
Deutlich positiver fällt das Urteil zur Aktie der Munich Re aus. Barclays hat hier das Kursziel von 576 auf 598 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt. Bei Axa hob Barclays das Kursziel von 47,50 auf 48 Euro an. Die Einstufung lautet ebenfalls „Overweight“.
Das Kursziel für Generali wurde hingegen nur von 28,60 auf 30 Euro angehoben. An der skeptischen Einschätzung ändert sich somit nichts. Barclays belässt die Aktie auf „Underweight“.
DER AKTIONÄR teilt die Skepsis von Barclays in Bezug auf die Allianz und Generali nicht. Alle vier Aktien sind laufende Empfehlungen. Neben fundamentaler Stärke bieten Allianz, Munich Re, Axa und Generali attraktive Dividendenrenditen. Auch bei der Allianz-Aktie ist daher keine Zeit für Verkäufe. Stattdessen lassen Anleger die Gewinne laufen und nutzen eventuelle Rücksetzer für Nachkäufe oder Neueinstiege.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
Heute, 14:15
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