03.10.2016 Michael Schröder

Aixtron-Übernahme: Auf der Zielgeraden – die Hintergründe!

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Aixtron steht unter finanziellem Druck. Scheitert die Übernahme durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment (GCI), prognostiziert Vorstand Martin Goetzeler deutliche Einschnitte. Die Angebotsfrist endet am 7. Oktober

Am 23. Mai präsentierte GCI, hinter dem indirekt die chinesische Regierung steht, den Aixtron-Aktionären ein Übernahmeangebot zu 6,00 Euro je Aktie. Der Kurs des TecDAX-Konzerns legte im Anschluss kräftig zu, notiert seit Wochen aber rund zehn Prozent unter dem Angebotspreis. Die Angebotsfrist endet am 7. Oktober, die Mindestannahmequote liegt bei 60 Prozent.

Bislang haben nur rund acht Prozent der Aktionäre die Offerte angenommen. Allerdings halten institutionelle Investoren rund zwei Drittel der Anteile – und die entscheiden sich erst kurz vor Ablauf der Frist, ob sie das Angebot annehmen. „Es ist normal, dass die Annahme eines Übernahmeangebots am Anfang zögerlich verläuft“, erklärt Aixtron-Vorstand Martin Goetzeler im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Der Firmenlenker hebt hervor, dass sich mit dem Fonds Argonaut Capital der größte Aixtron-Aktionär mittlerweile positiv zu der geplanten Übernahme geäußert hat.

Im Mai hatte es noch eine kritische Stellungnahme aus London gegeben. Dazu leistet Goetzeler einiges an Überzeugungsarbeit – und hat schlagende Argumente: „Bei Umsätzen von jährlich rund 200 Millionen Euro haben wir für unser Technologieportfolio pro Jahr etwa 55 bis 65 Millionen für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Seit 2013 ist das Barvermögen des Konzerns von 309 Millionen auf zuletzt 161 Millionen Euro geschrumpft“, so der Firmenchef.

Mit dem finanzstarken Partner im Rücken würde Aixtron deutlich an Stabilität gewinnen, um der rückläufigen Nachfrage im Bereich der LED-Produktionsanlagen entgegenzuwirken und die Entwicklung in verschiedenen neuen Anwendungsbereichen wie geplant voranzutreiben. „So weitermachen wie bisher birgt ein hohes Umsetzungsrisiko. Auch eine andere Alternative ist nicht attraktiv. Sollte die Übernahme nicht zustande kommen, müssten wir möglicherweise unser Technologieportfolio verkleinern und die Mitarbeiterzahl deutlich reduzieren. Aixtron wäre dann ein kleineres Unternehmen mit weitaus geringerem Wachstumspotenzial“, so Goetzeler.

Die Uhr tickt ... Viele Aktionäre dürften bei ihrem Einstieg vermutlich mehr bezahlt haben als die sechs Euro, die die Chinesen jetzt bieten. Andere haben erst in der Zeit nach dem letzten Kursrutsch unter dem aktuellen Niveau zugegriffen. Nach der Auszählung am 7. Oktober (und der zweiwöchigen Frist für Nachzügler, wenn die entsprechende Annahmequote von 60 Prozent erreicht wurde) zeigt sich, ob genug Stücke angedient wurden. Investierte Anleger nehmen das Angebot im Vorfeld an und sichern sich so die Chance auf (weitere) gut zehn Prozent Rendite. Bei einem Scheitern der Übernahme dürfte der Kurs aber wieder deutlich zurückfallen.

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