Bei einer Fußball-WM schauen Milliarden Menschen zu. Wenn Adidas Mannschaften, Trainer oder Schiedsrichter ausstattet, ist das Logo weltweit präsent. Das stärkt die Markenbekanntheit enorm. Adidas-Chef Björn Gulden sagte bei einer Medienrunde in New York, dass der Sportartikelhersteller dreimal so viele Trikots der deutschen Nationalmannschaft verkaufe wie noch bei der WM in Katar vor vier Jahren – ein Rekordwert. Die Aktie bleibt ebenfalls gefragt.
Die hohe Nachfrage sorgte vor Kurzem sogar für Verzögerungen bei der Auslieferung von Trikots von Deniz Undav, Jamal Musiala und Co. Dem Vernehmen nach hat der Konzern 2026 in einem Quartal Bestellungen für Schuhe, Trikots und Bälle im Wert von einer Viertelmilliarde Euro verbucht und erwartet im laufenden Quartal denselben Betrag. Im Jahresbericht 2022 nennt Adidas ein Plus von 19 Prozent bei Zubehör und Gear, vor allem wegen der WM in Katar.
Der Konzern aus Herzogenaurach gilt daher traditionell als heimlicher WM-Gewinner. Kritiker halten dagegen: Für global diversifizierte Konzerne seien die direkten finanziellen WM-Effekte zu klein, um die fundamentale Bewertung zu beeinflussen, und was erwartbar sei, werde von den Märkten meist längst eingepreist.
Zudem bekräftigte das Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung für Adidas. Der Sportartikelhersteller habe bei einem Branchentreffen in Baden-Baden aufgezeigt, wie der Rückenwind durch die Fußball-WM auch über das Event hinaus anhalten könne, schrieb Jefferies-Experte James Grzinic.
Die Adidas-Aktie ist wieder gefragt. Starke Trikotverkäufe anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft passen gut ins Bild. Der mehrmonatige Abwärtstrend wurde bereits kurz vor Turnierstart durchbrochen. Mit dem Sprung über die 180-Euro-Marke würde das nächste charttechnische Kaufsignal generiert. Anleger können daher weiter auf das Momentum setzen und die Gewinne laufen lassen; das starke Gewinnwachstum bei einer vergleichsweise noch günstigen Bewertung sorgt für fundamentale Unterstützung. Nächster Halt: 200 Euro.
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