29.04.2020 Maximilian Völkl

1&1 Drillisch gibt auf – stoppt der Rückschlag die Comeback-Rallye?

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1&1 Drillisch

Seit Anfang April hat sich die 1&1-Drillisch-Aktie deutlich von ihren Corona-Tiefs gelöst. Rund 50 Prozent hat der SDAX-Wert bereits zugelegt. Doch am Mittwoch müssen Aktionäre des Mobilfunkanbieters einen Rückschlag verkraften. Hintergrund: Der Konzern gibt im Rechtsstreit mit dem Rivalen Telefónica Deutschland teilweise auf.

1&1 Drillisch lässt zwei Preisanpassungsverfahren gegen den Wettbewerber fallen. Dabei gehe es um ein im Januar 2019 und ein im Juli 2019 eingeleitetes Verfahren zur Preissenkung für die Netzmiete, teilte Telefónica Deutschland am Mittwoch im München mit. In einem ersten Verfahren waren ab September 2017 geltende Vorleistungspreise von Telefónica Deutschland bereits von einem unabhängigen Experten bestätigt worden.

Nun sind laut Telefónica Deutschland noch zwei weitere Verfahren zu jeweils anderen Zeiträumen anhängig. Diese dürften in den kommenden Monaten entschieden werden, so die O2-Mutter.

1&1 Drillisch (WKN: 554550)

Die Erfolgsaussichten von Drillisch waren gering. Sonderlich überraschend kommt die Nachricht deshalb nicht. Dennoch kommt die Aktie wieder etwas unter Druck. Wichtiger ist für den Konzern aber der Fortschritt beim Aufbau eines eigenen 5G-Netzes. Hier bleibt weiter das Risiko, dass sich Drillisch finanziell übernimmt. Anleger sollten das Risiko weiter meiden und beim Corona-Comeback auf andere Werte setzen.

Mit Material von dpa-AFX