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13.05.2016 Werner Sperber

Volkswagen: Das Kursziel wäre 1.000 Euro

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Die Fachleute der Actien-Börse haben einen Angriff von Christopher Hohn, einem „der aggressivsten Hedgefonds-Manager“ bei der Hauptversammlung der Volkswagen AG erwartet (am 12. Mai, jedoch nach Redaktionsschluss der Actien-Börse). Hohns Fonds TCS hält derzeit rund zwei Prozent der bei einer Hauptversammlung stimmrechts- und damit diesbezüglich wertlosen Vorzugsaktien des Konzerns. Vor gut zwölf Jahren gelang es Hohn jedoch mit einer ähnlichen Position bei der Deutschen Börse AG für einen Strategiewechsel zu sorgen. „Verlierer waren alle deutschen Vertreter, die sich eine solche Strategie schlicht nicht denken konnten. Dazu gehört massive Erpressung als Hilfsmittel. Hedge-Fonds operieren mit den Mitteln der Publizistik in allen Formen, über alle Medien und in der Regel in einer Art Club von mehreren Mitgliedern, die das Gleiche wollen: Höhere Kurse, um einen satten Gewinn zu realisieren. Sie interessieren sich nicht für ideologische oder ethische Grundsätze, womit es für die deutsche Öffentlichkeit nun problematisch werden dürfte.“

Wenn jemand das Management von Volkswagen zwingen würde, den Konzern nicht zu zerschlagen, jedoch zu zergliedern, wäre der Börsenwert wohl nicht mehr 64 Milliarden Euro sondern ohne weiteres deutlich mehr als 85 bis 90 Milliarden Euro. Für Volkswagen wäre die Konzerngliederung danach weiter die Gleiche. Dazu könnten etwa jeweils 49 Prozent von Audi, MAN und Scania an die Börse bringen. Diese drei Unternehmen besitzen noch eine Börsenzulassung. Der Wert dieser drei Firmen beträgt insgesamt 28 Milliarden Euro, also 14 Milliarden Euro für die Hälfte der Aktien. Die Rechnung für Porsche, SEAT und Skoda ergäbe neun bis elf Milliarden Euro für den halben Wert. „Das allein ist das Ziel von Hedge-Fonds.“

Die Besitzer der stimmberechtigten Stammaktien von Volkswagen, also die Porsche SE beziehungsweise die Familien Porsche und Piëch sowie das Land Niedersachsen und das Emirat Dubai, können eine solche Zergliederung jederzeit unterbinden. Doch das hätten die Stammaktionäre der Deutschen Börse AG auch gekonnt. Entscheidender ist der öffentliche Druck und darauf stützt sich diese durchaus aussichtsreiche Wette Hohns. „Die Akteure werden keine Hemmung haben, die persönliche Integrität aller Beteiligten öffentlich in Zweifel zu ziehen, um ihr Ziel zu erreichen. Es lohnt sich.“ Der Aktienkurs der Deutschen Börse AG legte damals von 20 auf 160 Euro beziehungsweise um rund 700 Prozent zu. Nachdem Hohn heimlich ausgestiegen ist, sackte die Notierung auf 30 Euro ab. „Es steht also ein interessantes Sommer-Theater bevor.“

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