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Wirecard nach dem Crash: Ein gefundenes Fressen?

Wirecard nach dem Crash: Ein gefundenes Fressen?
Foto: Börsenmedien AG
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Nikolas Kessler 15.02.2019, 14:45 Nikolas Kessler

Die Konsolidierung der Payment-Branche ist in vollem Gange. Erst vor wenigen Wochen hat der US-Zahlungsdienstleister Fiserv die milliardenschwere Übernahme des Zahlungsabwicklers First Data angekündigt. 2017 hatten sich Vantiv und Worldpay zusammengeschlossen. Auch Wirecard wir immer wieder als potenzielles Übernahmeziel gehandelt.

Der langjährige Ex-Aufsichtsratschef Klaus Rehnig hatte bereits im Dezember über eine mögliche Übernahme des DAX-Konzerns spekuliert: „Ich rechne damit, dass bald ein internationaler Konzern kommen wird und Wirecard kaufen will“, sagte er in einem Interview. Er kann sich vorstellen, dass dabei auch ein chinesisches Unternehmen zum Zug kommen könnte.

Sollte sich tatsächlich ein internationaler Konkurrent oder eine Großbank für den deutschen Zahlungsabwickler interessieren, wäre der Zeitpunkt für ein Angebot günstig. Die Wirecard-Aktie ist aktuell so billig wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Ausgehend vom Allzeithoch der Aktie bei 199 Euro im Sommer 2018 hat sich der Börsenwert inzwischen auf rund zwölf Milliarden Euro beinahe halbiert. Das 2019er-KGV ist dabei auf 24 zusammengeschmolzen.

Wirecard im Peergroup-Vergleich


Quelle: Börsenmedien AG
Stand: 15.02.2019

Klarheit erst in einigen Wochen

Schuld an dem Kursdebakel sind Berichte der Financial Times, in denen Mitarbeitern der Wirecard-Tochter in Singapur Bilanzfälschung vorgeworfen wurde. Das Unternehmen hat die Behauptungen energisch zurückgewiesen und transparente Aufklärung versprochen. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Kritik an der Bilanzierung sowie Shortattacken gegen Wirecard gegeben, die Aktie hat sich bisher aber immer wieder davon erholt. Dennoch würde ein möglicher Käufer wohl zumindest den Abschluss der Compliance-Untersuchung in Singapur abwarten wollen – sicher ist sicher.

Auch wenn der Börsenwert von Wirecard zuletzt arg gelitten hat: zum Schnäppchen wird der Zahlungsabwickler dadurch nicht. Auch Rehnig geht davon aus, dass ein potenzieller Käufer einen Übernahmeaufschlag von 30 bis 50 Prozent zahlen müsste. Im Falle der First-Data-Übernahme hat Fiserv etwa 29 Prozent auf den Aktienkurs draufgelegt.

Zudem ist Vorstandschef und Großaktionär Markus Braun nicht scharf auf eine Übernahme oder einen Ankeraktionär. „Wir glauben, dass wir uns eigenständig sehr gut entwickeln“, hatte er als Reaktion auf die Übernahmespekulationen gesagt. Allerdings weiß auch Braun, dass eine feindliche Übernahme bei einem Unternehmen mit hohem Streubesitz nie auszuschließen ist.

Quelle: Börsenmedien AG

Auf der Watchlist

Die Wirecard-Aktie kann vor dem Wochenende nicht an ihre jüngste Erholung anknüpfen und tritt am Freitagnachmittag rund ein halbes Prozent schwächer auf der Stelle. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Tage sollten Anleger zunächst abwarten.

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