Die Citigroup hat das Kursziel für Novo gesenkt. Margen unter Druck, Gewinnwachstum gebremst. Doch mittlerweile ist viel im Kurs eingepreist. Die UBS sieht bei Novo sogar mittel- bis langfristig eine Turnaround-Chance. Zudem lockt eine starke Dividendenrendite.
Citi Research hat das Kursziel für Novo Nordisk von 310 auf 296 Dänische Kronen gesenkt. Die Einstufung für die Aktie bleibt „Neutral“. Im Mittelpunkt steht der Margenausblick. Novo Nordisk erwartet bis 2030 stabile Margen. Nach Einschätzung der Citi-Analysten begrenzt das den Spielraum für weiteres Margenwachstum. Daher wurden die Prognosen für das bereinigte operative Ergebnis 2028 bis 2030 um zwei bis vier Prozent reduziert. Auch beim Gewinn je Aktie ist die Bank vorsichtiger: Die erwartete jährliche Wachstumsrate für 2027 bis 2030 sinkt von zwölf auf neun Prozent.
Das neue Kursziel entspricht dem 14-Fachen des für 2027 erwarteten Gewinns. Bisher hatte Citi das 15-Fache angesetzt. Für 2026 und 2027 hob die Bank ihre Schätzungen für das bereinigte operative Ergebnis um zwei bis drei Prozent an. Die Umsatzprognosen steigen um drei beziehungsweise ein Prozent. Als Gründe nennt Citi höhere erwartete Erlöse mit der Wegovy-Pille außerhalb der USA sowie die Entwicklung der US-Verschreibungszahlen für Ozempic.
Novo Nordisk will die Wegovy-Pille dank höherer Produktionskapazitäten bis Ende 2027 in mindestens 20 Ländern einführen. Damit könnte der Konzern zwei Drittel des von ihm bedienten Adipositas-Marktes abdecken.
UBS-Analyst Michael Yee bevorzugt Eli Lilly und sieht darin ein Wachstumsunternehmen, während Novo für ihn ein Value-Titel ist. Lilly setzte sich im GLP-1-Markt trotz späterem Start an die Spitze. Als Gründe gelten die höhere Wirksamkeit des Präparats und Kapazitätsengpässe bei Novo.
Kurzfristig müsse Novo viel beweisen, sagt Yee. In dieser Perspektive drohe eine Value-Falle, falls die Belastungen nicht zeitnah überwunden werden. Langfristig fällt sein Urteil jedoch differenzierter aus: Novo war zunächst sowohl mit einer injizierbaren GLP-1-Therapie als auch mit einer GLP-1-Pille am Markt, die stark gestartet ist. Yee hält deshalb eine Erholung für möglich. Für Anleger mit einem Horizont von fünf bis zehn Jahren kann Novo somit eine Turnaround-Chance sein – mit einer gut abgesicherten Dividendenrendite von 4,7 Prozent.
Die Aktie von Novo Nordisk hat sich zum Wochenschluss freundlich präsentiert. Sie setzt damit die Bodenbildungsphase fort. Ein erstes wichtiges positives Signal wäre der Sprung über den kurzfristigen Abwärtstrend. Anleger belassen die Aktie auf der Watchlist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 16:05
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