Die zuletzt deutlich erholten Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) haben am Mittwoch wieder Federn gelassen. Zeitweise verloren die Papiere des Dialysespezialisten mehr als vier Prozent. Gegen Mittag rangiert die Aktie mit einem Minus von 1,9 Prozent noch hinter Continental, Volkswagen, Rheinmetall und BMW auf dem letzten Platz im deutschen Leitindex DAX.
Auslöser der Nervosität sind Reformpläne des US-Gesundheitsministeriums für die Behandlung von Nierenerkrankungen. UBS-Experte Graham Doyle spricht von einem „neuen und enormen Sorgenfaktor“. Das Papier dieser Behörde kritisiert die mangelnde Konkurrenz, weshalb Doyle Maßnahmen zugunsten eines stärkeren Wettbewerbs befürchtet. Zudem werden Defizite bei der Transplantationspraxis und bei Präventionsmaßnahmen angesprochen. Eine Verbesserung könnte letztlich zu geringeren Patientenzahlen in der Dialyse führen. Letztere sind für FMC schon länger ein Belastungsfaktor.
Ein weiterer Experte sieht in den Plänen den Versuch der Trump-Regierung, die Vormachtstellung von FMC und DaVita auf dem US-Dialysemarkt anzugehen. Beide Konzerne kommen zusammen auf 74 Prozent Marktanteil. Die DaVita-Papiere hatten am Vortag wegen der Neuigkeiten schon sechs Prozent an Wert verloren.
Die DZ Bank senkte den fairen Wert für FMC von 54 auf 46 Euro, belässt die Einstufung aber auf „Kaufen“. Analyst Sven Kürten sieht durch die geplante Reform höhere Risiken für die Aktien des Dialysespezialisten. Zugleich sieht Kürten FMC auf diese Pläne aber „in Teilen gut vorbereitet“.
Die Aktie von FMC hatte sich gerade wieder gefangen, muss nun aber erneut einen Dämpfer hinnehmen. Zuvor war das Papier am Versuch, die 200-Tage-Linie zu überwinden, gescheitert. Das Papier befindet sich nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. DER AKTIONÄR setzt stattdessen weiterhin auf den Großaktionär Fresenius. Die Aktie von Fresenius kann heute fast ein Prozent zulegen.
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