Mit positiven Phase-3-Studiendaten eines personalisierten mRNA-Krebsimpfstoffs bei Melanomen haben Moderna und der Forschungspartner Merck & Co in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Doch damit das Vakzin auch auf jeden Patienten zugeschnitten werden kann, braucht es die richtige Vorabdiagnostik. Und hier kommt der AKTIONÄR-Tipp Personalis ins Spiel.
Moderna und Merck & Co nutzen seit Beginn des klinischen Entwicklungsprogramms des Hoffnungsträgers Intismeran autogene (V940/mRNA-4157) die innovative Plattform zur Tumorprofilierung von Personalis. Der Pharma-Riese hat sogar Ende 2024 beschlossen, Personalis-Aktien zu zeichnen und eine Beteiligung am Krebsgenomik-Spezialisten aufzubauen.
„Individuell zugeschnittene Therapien haben das Potenzial, die Krebsbehandlung grundlegend zu verändern“, so Personalis-Chef Chris Hall damals zur vertieften Zusammenarbeit mit dem Pharma-Konzern. „Ein Schwerpunkt von Personalis war es, Merck und Moderna bei diesem wichtigen Programm zu unterstützen, und wir freuen uns sehr, die Zusammenarbeit möglicherweise bis hin zur routinemäßigen Behandlung von Krebspatienten auszuweiten.“
Tempus AI will Personalis kaufen
Vor wenigen Wochen wurde jedoch bekannt, dass Tempus AI den Krebsgenomik-Spezialisten übernehmen will. Das Gebot liegt bei 16,25 Dollar je Aktie, was das Unternehmen mit etwa 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Sollte der Deal durchgehen, könnte Tempus AI hier langfristig ein Schnäppchen schlagen. Denn Personalis adressiert mit seinen Produkten einen Multi-Milliarden-Dollar-Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt.
Das Pikante: Am gestrigen Donnerstag ging die Aktie von Personalis mit einem Plus von rund 6,8 Prozent auf 16,88 Dollar aus dem Handel. Das liegt deutlich über der Offerte von Tempus AI. Vor dem Bekanntwerden der Akquisition gab es bereits Gerüchte, dass es mehr als einen Interessenten an Personalis geben könnte.
Durch den mRNA-Durchbruch in der Onkologie könnte die Wachstumsstory von Personalis neu bewertet werden. Dass ein zweiter Player ein Übernahmeangebot vorlegt oder Tempus AI sogar nachbessern muss, ist in jedem Fall einen Tick wahrscheinlicher geworden. Anleger spekulieren auf dieses Szenario. Neueinsteiger sollten allerdings aufgrund des begrenzten Upside-Potenzials nicht mehr zugreifen. AKTIONÄR-Leser liegen seit der Erstvorstellung Ende Mai rund 85 Prozent im Plus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Moderna. Merck & Co.
Aktien der Moderna befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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