US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag vor der UN-Vollversammlung eine Wette auf den Ölpreis abgeschlossen. In seiner 37-minütigen Rede stellte er Teheran vor die Wahl zwischen einem Abkommen und der „Auslöschung“. Den Deal erwartet er „gleich nach der Wahl“, also den US-Zwischenwahlen am 3. November, danach würden die Ölpreise „abstürzen, sogar unter das Niveau vom Beginn des Konflikts“. Irans Diplomaten verließen nach zehn Minuten den Saal, wenige Stunden später verhandelten Trumps Gesandte Witkoff und Kushner über Vermittler drei Stunden lang mit Außenminister Abbas Araghchi.
Brent: Drei Zahlen hinter der Wette
Unter Vorkriegsniveau heißt: unter 72,5 Dollar. So viel kostete das Barrel Brent am 27. Februar, einen Tag vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Vom Stand am Mittwochmorgen aus, 98,4 Dollar, wäre das ein Rückgang um rund 26 Prozent.
Öl treibt die Inflation. Diesel kostet in den USA mit 6,53 Dollar je Gallone so viel wie nie, 77 Prozent mehr als vor einem Jahr. Trump wirbt für ein Exportverbot, doch selbst Energieminister Chris Wright warnt, die Raffinerien würden dann weniger produzieren. Zugleich rief Trump alle Staaten auf, den Iran wirtschaftlich vollständig zu isolieren – das verknappt das Angebot eher. In seiner Rede behauptete Trump, die USA und Venezuela hielten mehr als 60 Prozent des Weltöls – tatsächlich sind es rund 22 Prozent der nachgewiesenen Reserven. Berichte über ein Angebot, Hormus binnen sieben Tagen zu öffnen, dementierte die iranische Nachrichtenagentur Fars.
Brent schloss am Dienstag bei 99,3 Dollar und notiert am Mittwochmorgen bei 98,4 Dollar. Erster Widerstand ist die Zone von 100 bis 102 Dollar, der nächste das Monatshoch bei 110 Dollar. Unterstützung bietet die Zone von 96,8 bis 97,4 Dollar, darunter dann rund 90 Dollar. Der Weg in Richtung 72,5 Dollar ist jedoch noch lang und dürfte kaum ohne starke Schwankungen verlaufen.
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