MTU Aero Engines liefert im zweiten Quartal stärker ab als erwartet. Vor allem das Wartungsgeschäft treibt Umsatz und Ergebnis, das bereinigte EBIT übertrifft die Erwartungen. Gleichzeitig erhöht der DAX-Konzern seine Cashflow-Prognose. Besonders wichtig für Anleger: Der Nahost-Krieg hinterlässt bislang keine Spuren im Geschäft.
Der entscheidende Wachstumstreiber war die zivile Instandhaltung. Der Umsatz des Wartungsgeschäfts sprang im zweiten Quartal von 1,28 auf 1,75 Milliarden Euro und übertraf damit die Markterwartung von 1,48 Milliarden Euro deutlich. Vor allem die hohe Nachfrage nach der Wartung von Getriebefan-Triebwerken sorgte für Rückenwind.
Im zivilen Triebwerksgeschäft sank der Umsatz dagegen auch wegen Währungseffekten von 645 auf 571 Millionen Euro. Organisch blieb das zivile Seriengeschäft allerdings stabil, während das Ersatzteilgeschäft im mittleren Zehner-Prozentbereich zulegte. Insgesamt stieg das bereinigte EBIT um vier Prozent auf 372 Millionen Euro. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.
Besonders positiv: Der Krieg im Nahen Osten hat laut Vorstandschef Johannes Bussmann bislang keine Auswirkungen auf die Geschäftszahlen. MTU verzeichnet sowohl im Erstausrüstungs- als auch im Wartungsgeschäft eine anhaltend hohe Nachfrage. Strukturelle Veränderungen oder Auftragsstornierungen gebe es nicht.
Auch bei den Mittelzuflüssen liefert MTU. Der freie Cashflow stieg im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf 294 Millionen Euro, die Cash Conversion Rate erreichte 59 Prozent. Sie zeigt vereinfacht, wie viel vom bereinigten Gewinn nach Steuern in freien Cashflow umgewandelt wird. Für das Gesamtjahr hebt MTU die Zielspanne von 45 bis 55 auf 50 bis 60 Prozent an.
Die übrigen Jahresziele bleiben unverändert. MTU erwartet 2026 einen Umsatz von 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro. Ein kleiner Wermutstropfen ist die von 9,1 auf 8,0 Prozent gesunkene Marge im Wartungsgeschäft. Gründe sind der höhere Anteil der Getriebefan-Wartungen und Kosten für den Kapazitätsausbau.
Die Zahlen untermauern die positive Einschätzung des AKTIONÄR. Das Wartungsgeschäft wächst kräftig, die Nachfrage bleibt hoch und der stärkere Mittelzufluss erhöht den finanziellen Spielraum. Die MTU-Aktie ist daher nicht ohne Grund auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR.
Heute, 11:15
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