Die Bundesregierung will zuckerhaltige Getränke stärker besteuern. Ein entsprechender Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil ist im Kanzleramt allerdings vorerst ausgebremst worden. Für Coca-Cola und andere Hersteller bleibt damit offen, ob und in welcher Form die geplante Abgabe kommt. Nach dem bisherigen Entwurf hätte ein Kasten klassische Coke deutlich teurer werden können.
- Coca-Cola enthält 10,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter.
- Nach dem Entwurf wären 38 Cent Zuckersteuer je Liter fällig gewesen
- Ein Zwölf-Liter-Kasten hätte sich inklusive Mehrwertsteuer um 5,42 Euro verteuert.
Eine Zuckersteuer soll nach den bisherigen Plänen vor allem Getränke mit hohem Zuckergehalt treffen. Der Entwurf sah dafür drei Steuersätze vor. Ab fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter sollten 26 Cent je Liter anfallen, ab sieben Gramm 32 Cent und ab zehn Gramm 38 Cent.
Höchstsatz für Coca-Cola vorgesehen
Für klassische Coca-Cola wäre damit der höchste Satz relevant gewesen. Das Getränk enthält nach Herstellerangaben 10,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter. Bei zwölf Litern wären somit 4,56 Euro Zuckersteuer zusammengekommen. Wird diese Belastung vollständig an die Verbraucher weitergereicht, wären darauf zusätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Insgesamt hätte sich der Preis eines Zwölf-Liter-Kastens damit rechnerisch um 5,42 Euro erhöht. Im Angebot kostet dieser aktuell 12 Euro – zuzüglich Pfand. Durch die neue Steuer wären es 17,42 Euro zuzüglich Pfand im Angebot geworden.
Für Coke Zero hätte die Rechnung dagegen anders ausgesehen. Getränke ohne Zucker sollten nach der zuletzt geplanten Ausgestaltung von der Abgabe ausgenommen werden. Auch alkoholfreies Bier sowie bestimmte Säfte und Schorlen waren nicht erfasst.
Kanzleramt bremst Zuckersteuer aus
Ob die Steuer tatsächlich kommt, ist allerdings wieder offen. Das Kanzleramt hat den Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil am Donnerstag vorerst gestoppt. Nach Angaben aus Regierungskreisen weicht der Vorschlag von der vereinbarten Grundlage der Finanzkommission Gesundheit ab und ist in dieser Form innerhalb der Regierung nicht mehrheitsfähig.
Das Finanzministerium hält grundsätzlich an der Einführung einer Zuckersteuer fest. Die konkrete Ausgestaltung wird nun erneut zwischen den beteiligten Ministerien abgestimmt.
Coca-Cola bleibt von der Zuckersteuer vorerst verschont. Langfristig könnte eine Zuckersteuer – sofern sie kommt – jedoch zu einer Veränderung im Konsumentenverhalten führen. Die Antwort darauf hat Coca-Cola mit der Coca Cola Zero schon parat. Die Aktie bleibt daher ein klarer Kauf.
Heute, 16:07
Bei Google bevorzugen