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16.10.2020 Carsten Kaletta

Volkswagen: Absatzzahlen entwickeln sich in die richtige Richtung

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Volkswagen Vz.

Bei VW scheint das Geschäft nach dem Corona-Einbruch, langsam wieder in die Gänge zu kommen. So nahmen im September die Auslieferungen des weltgrößten Autoherstellers im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, heißt es aus Wolfsburg.

Konkret hat man im September 3,3 Prozent mehr und damit in absoluten Zahlen 933 600 Fahrzeuge ausgeliefert, nachdem der August noch mit einem Minus von 6,6 Prozent abgeschlossen werden musste. Insgesamt verliefen die ersten drei Quartale aber deutlich schlechter: Alle Marken wurden von Januar bis September 18,7 Prozent weniger Neuwagen los als 2019, das dritte Quartal selbst ging mit einem überschaubaren Minus von 1,1 Prozent zu Ende. Ein wesentlicher Grund ist der Nachfragerückgang infolge der Pandemie, viele Menschen sind weiterhin vorsichtig mit größeren Neuanschaffungen.


Zudem ist ein Sondereffekt bei den jüngsten Zahlen zu beachten: Der September des vergangenen Jahres war auch deshalb relativ schwach gewesen, weil viele Kunden vor der nächsten Stufe verschärfter Regeln für Abgastests in Europa Autokäufe noch vor den September gezogen hatten. 


Regional lief es für die VW-Gruppe zuletzt vor allem im Heimatmarkt Westeuropa wieder besser. Dort stiegen die Auslieferungen verglichen mit dem Vorjahresmonat um 10,3 Prozent. Auch in Zentral- und Osteuropa mit einem Plus von 3,4 Prozent, im Nahen Osten inklusive Afrika mit einem Prozent Zuwachs von rund acht Prozent und auch im wichtigsten Markt China mit einem Ansteig von einem Prozent zogen die Verkäufe an. Probleme gab es dagegen weiterhin in Nord- und Südamerika - dort verzeichnete der Konzern Rückgänge um 5,3 beziehungsweise 4,4 Prozent.

Unter den einzelnen Marken konnten besonders Audi und die leichten VW-Nutzfahrzeuge im September spürbar zulegen, für sie meldete der Konzern ein Auslieferungsplus von 18,4 und 13,3 Prozent. Die Kernmarke VW-Pkw rutschte dagegen um 0,7 Prozent ab. Über den gesamten Zeitraum seit dem Jahresbeginn sind alle Marken weiter klar im Minus, bis auf Porsche sowie die Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti alle zweistellig. So sind Luxus-Güter auch in der Krise gefragt, da sehr wohlhabende Menschen in der Regel von einem wirtschaftlichen Abschwung weniger getroffen werden als breite Schichten der Bevölkerung.


Die NordLB sieht die gemeldeten Zahlen in der Summe positiv und hat das Kursziel für die VW-Aktie nach den September-Auslieferungszahlen von 140 auf 142 Euro angehoben. Zudem wurde die Einstufung auf "Halten" belassen. Nach einem schwachen August zeigten sich die Auslieferungszahlen wieder deutlich verbessert, schrieb Analyst Frank Schwope in einer am Freitag vorliegenden Studie. Er rechnet damit, dass VW dieses Jahr mehr als 300.000 Elektroautos verkauft. 2021 könnte sich die Zahl bereits auf über 600.000 belaufen, so dass VW dann bei den Absatzzahlen auf Augenhöhe mit Tesla läge, wenngleich beide auch im kommenden Jahr noch keinen Gewinn mit Elektroautos erzielen dürften.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

DER AKTIONÄR ist ein Fan der Volkswagen-Aktie, die sich seit Anfang Juni in einem Seitwärtskanal bewegt. Das Papier schickt sich nun an, die starke Widerstandszone zwischen 138 Euro und 141 Euro nach oben zu verlassen. In einem ersten Schritt wäre ein Überwinden der 200-Tage-Linie (139,69 Euro) ein wichtiges charttechnisches Signal . Nach einem erfolgreichen Ausbruch wäre der Weg - zuminderst aus technischer Sicht - bis zum Widerstand bei 155 Euro frei. Wird auch diese Hürde genommen, hat die Aktie das Potenzial, bis auf 180 Euro zu beschleunigen. Stoppkurs: 115,00 Euro. 

(Mit Material von dpa-AFX)