02.07.2019 Nicola Hahn

United Internet-Aktie: Das tut weh!

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United Internet
Trendthema

Bis Juni 2018 ging es bei United Internet steil bergauf, doch was folgte, war ein langer, schmerzhafter Abstieg, der den Kurs der Aktie mehr als halbierte. Wesentlicher Grund: Der Bieterstreit um die 5G-Frequenzen, der die Aktionäre von United Internet und 1&1 Drillisch gleichermaßen hart trifft. Jetzt hat auch noch die Deutsche Bank ihr Kursziel von 56 auf 40 Euro gesenkt. Die Aktie fiel am heutigen Handelstag auf ein neues Jahrestief und notiert aktuell bei 28,40 Euro.

Teure Frequenzen

6,6 Milliarden Euro hat der Bieterstreit um die 5G-Frequenzen die Netzanbieter gekostet. Damit fiel der Erlös, der der Bundesregierung zukommt, deutlich höher aus als gedacht. Mit 497 Runden in mehr als zwölf Wochen, war es zugleich die längste Frequenzauktion in Deutschland, die jemals stattfand. Die Verlierer sind eindeutig die bietenden Unternehmen. Ihnen könnte das Geld nun für den benötigten Ausbau fehlen.

Teure Neuausrichtung

Der Kampf gegen die großen Rivalen Telekom, Vodafone und Telefónica entpuppt sich bislang als reinste Tortur für United Internet-Aktionäre. Dennoch ist es der richtige Schritt von Drillisch-Chef Dommermuth, das Unternehmen als vierten deutschen Netzanbieter zu etablieren. Die Tochter Drillisch muss sich ein neues Geschäftsmodell aufbauen, um nicht mit leeren Händen dazustehen, wenn in zehn Jahren die Verträge mit Telefónica auslaufen. 

Kursziel gesenkt

Die Deutsche Bank senkte zudem heute ihr Kursziel von 56 auf 40 Euro, beließ die Einstufung aber auf "buy". Analyst Nizla Nazier schrieb, dass der Markt sich immer noch schwer tue, das Potenzial der künftigen Pläne des Providers im Hinblick auf das Netzwerk von 1&1 Drillisch einzupreisen. 

Abstand halten!

Nachdem die Aktie heute auf ein neues Jahrestief gefallen ist, heißt es für Anleger zunächst „Finger weg“. Der 5G-Einstieg hat schon jetzt große Geldsummen verschlungen, die eigentlich für den Ausbau benötigt würden. Offen ist dabei, ob die Milliardenausgaben in Zukunft wieder reingeholt werden können. Anleger gehen das Risiko nicht ein und bleiben an der Seitenlinie.

United Internet (WKN: 508903)

Mit Material von (dpa-AFX)