Das US-Verteidigungsministerium rückt noch näher an die Tech-Elite heran. Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einer Rede auf dem Stützpunkt Quantico eine neue Forschungsinitiative für die Kriegsführung der Zukunft vorgestellt: das „Project Meridian“. An der Spitze stehen zwei bekannte Namen aus der Industrie: SpaceX-Chef Elon Musk und Palmer Luckey, Gründer der Rüstungsfirma Anduril Industries. Dritter im Bunde ist der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Newt Gingrich.
Das Ziel der Initiative ist klar abgesteckt. Die Gruppe soll Waffensysteme identifizieren und entwickeln, die das US-Militär in den kommenden Jahrzehnten benötigt. Der Grund: Moderne Gefechte werden zunehmend von künstlicher Intelligenz, autonomen Systemen und billigen Massendrohnen bestimmt.
Geleitet wird das Vorhaben von Emil Michael, ehemals Spitzenmanager beim Fahrdienstleister Uber und heute Technologiechef des Pentagons. Michael soll externes Wissen aus der Tech-Branche direkt in den Militärapparat schleusen.
Für Elon Musk bedeutet die Berufung ein starkes politisches Comeback. Während sein vorheriges Engagement beim Projekt DOGE zum Abbau von Hunderttausenden Stellen im Staatsdienst für Unmut sorgte, steht er nun wieder in der Gunst von Präsident Donald Trump. Musks Raumfahrtkonzern SpaceX ist bereits ein unverzichtbarer Partner der US-Regierung für Raketenstarts und Satellitennetzwerke. Auch Luckeys Firma Anduril Industries sicherte sich zuletzt Rüstungsverträge über hunderte Millionen Dollar für autonome Software und Drohnenabwehr.
Drohnen-Kommando und Rückzug aus Europa
Neben dem neuen Forschungsrat baut das Pentagon seine Strukturen grundlegend um. Hegseth kündigte die Gründung eines eigenen Kommandos für autonome Kriegsführung an. Es soll künftig alle Drohnen und Robotersysteme der Streitkräfte steuern.
Gleichzeitig leitet Washington eine geopolitische Kehrtwende ein. Das Pentagon prüft massive Kürzungen der US-Militärpräsenz in Europa. Zehntausende Soldaten sollen stattdessen die eigene Hemisphäre sichern. Entsprechend plant das Verteidigungsministerium erstmals seit vier Jahrzehnten den Bau komplett neuer Militärbasen auf US-Boden. Die Areale sollen mehrere hunderttausend Hektar umfassen. Die einzelnen US-Bundesstaaten sollen um die Vergabe der Standorte konkurrieren.
Die Berufung von Musk und Luckey zeigt deutlich, wohin die Reise geht. Das Pentagon setzt für die Kriege der Zukunft nicht mehr allein auf klassische Verteidigungskonzerne, sondern kauft das Tempo des Silicon Valley ein. Für SpaceX und Anduril zementiert dieser Schritt die Nähe zur Macht. Beide Unternehmen dürften sich damit einen direkten Zugang zu den kommenden Rüstungsbudgets in Milliardenhöhe gesichert haben. Das AKTIONÄR-Depot bleibt bei SpaceX investiert.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
Heute, 16:20
Bei Google bevorzugen