16.08.2019 Michel Doepke

SGL Carbon im freien Fall: Sowas darf einfach nicht passieren!

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SGL Carbon
Trendthema

Chaostage bei SGL Carbon: Nach der überraschenden Gewinnwarnung und dem Rücktritt des Firmenlenkers Jürgen Köhler ist das Vertrauen der Aktionäre dahin. Die bisherigen Konzernprognosen für 2020 bis 2022 stricht SGL gleich komplett. Einen neuen Ausblick will das Unternehmen spätestens Anfang des kommenden Jahres veröffentlichen. Die Verunsicherung unter den Anlegern ist groß, 30 Prozent hat die Aktie nach Bekanntwerden an Wert verloren.

Begründet wurde die schlechte Entwicklung bei Composites - Fibers & Materials (CFM) mit Planungsfehlern bei einem großen Windenergie-Geschäft. Außerdem würden die erwartete Erholung im Marktsegment Industrielle Anwendungen sowie die geplanten Ergebnisverbesserungsmaßnahmen nicht in dem erwarteten Ausmaß das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2019 stützen. Das skurrile: Erst am 06. August hatte SGL den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Going Private eine Option?

Zum Gegensteuern würden nun unter anderem Restrukturierungsmaßnahmen geprüft. An dem Unternehmen sind die Autobauer BMW (18,4 Prozent) und VW (7,4 Prozent) sowie die Aufsichtsratschefin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten mit ihrer Beteiligungsgesellschaft SKion (27,5 Prozent) beteiligt.

SGL Carbon
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Durch den Kurssturz wird SGL Carbon aktuell nur noch mit 475 Millionen Euro an der Börse bewertet. Das ist deutlich weniger, als der Kohlefaser-Spezialist im ersten Halbjahr 2019 umgesetzt hat. Gut möglich, dass Klatten und Co angesichts der geschrumpften Bewertung prüfen könnten, SGL Carbon von der Börse zu nehmen.

SGL Carbon (WKN: 723530)

Nach dem Absturz auf den tiefsten Stand seit mehr als 15 Jahren ist das Chartbild der SGL-Group-Aktie eine absolute Katastrophe. Das Vertrauen der Aktionäre ist nach den revidierten Zielen endgültig verspielt. Anleger sollten vorerst an der Seitenlinie verharren.