01.04.2020 Maximilian Völkl

RWE deutlich im Minus – Insiderkäufe reichen noch nicht

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RWE ADR

Im schwachen Marktumfeld muss auch die RWE-Aktie am Mittwoch wieder stärkere Verluste hinnehmen. Nach der Erholung in den vergangenen Tagen nähert sich die Aktie dem 52-Wochen-Tief bei 20,05 Euro wieder an. Die massiven Insiderkäufe zuletzt können die Anleger offenbar nicht beruhigen – es bleibt die Angst vor einem massiven Nachfragerückgang.

Vor allem Konzernchef Rolf Martin Schmitz, aber auch andere Insider, hatte zuletzt massiv RWE-Aktien gekauft und damit eine Unterbewertung des eigenen Konzerns angedeutet. Doch die Bären geben sich in der Corona-Krise nicht geschlagen. Traditionell werden Versorger in Krisenphasen zwar weniger stark gebeutelt als andere Unternehmen. Dennoch droht durch den weitgehenden Stillstand der industriellen Tätigkeit ein massiver Rückgang der Energienachfrage.

Seit dem Deal mit E.on zum Verkauf von Innogy konzentriert sich RWE voll auf die Energieerzeugung und deckt hier die gesamte Palette von konventionellen Energien bis hin zu den Erneuerbaren ab. Ein deutlicher Rückgang der industriellen Nachfrage kann nicht durch den leicht steigenden privaten Verbrauch kompensiert werden, so dass die Corona-Krise durchaus auch für RWE negative Folgen haben dürfte.

RWE (WKN: 703712)

Allerdings erscheint der massive Kurseinbruch von rund 35 Prozent dennoch übertrieben. Die Industrie wird nicht dauerhaft stillstehen und RWE seinen produzierten Strom auch künftig loswerden. Mit der Rückbesinnung auf Erneuerbare Energien ist der Versorger auch für die neue Energiewelt gut gerüstet. Die Insiderkäufe der Vorstandschaft sind zudem ein starkes Zeichen. Anleger können auf dem aktuellen Niveau zugreifen.