Die Minderheitsregierung von Pedro Sánchez ist an ihren Wohnungsplänen gescheitert: Das Parlament lehnte zwei Maßnahmen gegen die Wohnungsnot ab. Sánchez setzte daraufhin für den 29. November Neuwahlen an. Umfragen sehen derzeit ein Mitte-rechts-Bündnis aus Partido Popular (PP) und Vox vorn – mit entsprechenden Folgen für die Börse.
- Bei einem Wahlsieg der PP könnte Banken von einem Ende der Sonderabgabe profitieren.
- Weniger Regulierung könnte die Energiebranche beflügeln.
- Auch Rüstungswerte könnten von einem Wahlsieg der PP beflügelt werden.
In einer Electomanía-Umfrage vom 3. Oktober kommt die Partido Popular (PP) auf 31,3 Prozent, Vox auf 19,4 Prozent. Zusammen sind das 52,5 Prozent. Sánchezs Partei PSOE, Sumar, Podemos und ERC erreichen in Summe rechnerisch nur 37,5 Prozent. Der Vorsprung ist deutlich, aber noch kein amtliches Wahlergebnis.
Für Anleger ist entscheidend, was ein möglicher Regierungswechsel tatsächlich verändert: Eine PP-geführte Regierung könnte Sonderabgaben und Regulierungen zurücknehmen. Doch zwischen Wahlversprechen und höheren Unternehmensgewinnen liegen oft Welten. Trotzdem stechen drei Sektoren als Profiteure eines Machtwechsels in Spanien heraus.
1. Banken
Die PP will die Bankenabgabe nicht verlängern beziehungsweise abschaffen. Davon könnten Santander, BBVA, CaixaBank, Sabadell und Bankinter profitieren. Die fünf Institute erzielten 2025 zusammen einen Nettogewinn von rund 33,4 Milliarden Euro. Ein Wegfall der Abgabe könnte die Gewinne zusätzlich stützen. Wie groß der Effekt ausfällt, lässt sich ohne konkrete Angaben zur künftigen Ausgestaltung der Abgabe jedoch nicht beziffern.
2. Energiesektor
Endesa, Iberdrola, Naturgy und Repsol könnten profitieren, falls eine neue Regierung die Sonderabgabe auf Energieunternehmen beendet. DER AKTIONÄR setzt hier auf Iberdorla und Repsol.
3. Rüstung
Spaniens Militärausgaben stiegen 2025 auf 40,2 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2024 waren es 25,2 Milliarden Dollar. Ein konservativere Regierung könnte die Militärausgaben zusätzlich erhöhen, um schneller zum NATO-Ziel aufzuschließen. Davon könnte Indra Sistemas, Spaniens wichtigster börsennotierter Rüstungswert, profitieren.
Bei einem Regierungswechsel in Spanien könnte die Politik nach rechts rücken. Davon könnten gleich mehrere Sektoren profitieren. DER AKTIONÄR rät bei Repsol und Iberdrola weiter zum Kauf.
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