Am Mittwoch, den 12. August, öffnet Nebius vor US-Börsenstart die Bücher für das zweite Quartal. Nach einer Achterbahnfahrt im Juli und Anfang August geht es für die Aktie um mehr als nur ein paar Nachkommastellen – es geht um den Beweis, dass aus Milliardenverträgen auch Milliardenumsätze werden.
Der Analystenkonsens erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 569,9 Millionen Dollar – unter dem Strich dürfte weiterhin ein Verlust je Aktie von 72 Cent stehen. Zum Vergleich: Im ersten Quartal hatte Nebius den Umsatz um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar gesteigert und mit 129,5 Millionen Dollar erstmals ein positives bereinigtes EBITDA ausgewiesen.
Worauf es wirklich ankommt
1. Das ARR-Ziel. Die wichtigste Zahl des Tages steht nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung. Nebius will die annualisierte wiederkehrende Umsatzbasis bis Ende 2026 auf sieben bis neun Milliarden Dollar hochfahren. Ende 2025 lag sie bei gut 1,2 Milliarden Dollar. Bestätigt das Management diese Spanne, ist das für sich genommen schon ein bullishes Signal. Eine Senkung würde die Kursschwäche der vergangenen Wochen nachträglich rechtfertigen.
2. Auslastung statt Ankündigungen. Der Auftragsbestand wird inzwischen mit rund 40 Milliarden Dollar beziffert. Anleger wollen am 12. August Belege dafür sehen, dass die ausgerollte GPU-Flotte nahezu vollständig ausgelastet ist – Zusagen auf Papier reichen an dieser Stelle nicht mehr.
3. Marge und Kapazität. Die Bruttomarge kletterte von tief negativen Werten 2023 auf knapp 69 Prozent Ende 2025. Für 2026 peilt Nebius eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 40 Prozent an. Beim Ausbau gilt das Ziel von 800 Megawatt bis 1 Gigawatt verfügbarer Rechenzentrumskapazität bis Jahresende.
Wer investiert ist, sollte die Zahlen abwarten und mit heftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen. Neueinsteiger warten den Bericht ab – bestätigt Nebius das ARR-Ziel und zeigt eine hohe Auslastung, ist der Einstieg auch nach einer ersten Kursreaktion noch attraktiv genug.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nebius.
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