Der Luxusgüterkonzern LVMH wächst kaum noch. Vor allem das Geschäft mit Mode und Lederwaren schwächelt deutlich. Die gestern Abend veröffentlichten Quartalszahlen verfehlten die Erwartungen und schüren Zweifel an einer schnellen Erholung der Luxusbranche.
- Konzernumsatz steigt organisch um ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro.
- Mode und Lederwaren verzeichnen einen Rückgang von fünf Prozent.
- Anleger meiden die LVMH-Aktie weiter.
Die Nachfrage in China bleibt ein Problem für LVMH. Auf dem chinesischen Festland gingen die Verkäufe den vorliegenden Angaben zufolge im zweistelligen Prozentbereich zurück. Hinzu kommt eine verhaltene Konsumstimmung.
Besonders kritisch ist die Entwicklung in der Sparte Mode und Lederwaren. Sie erwirtschaftet fast die Hälfte des Konzernumsatzes und umfasst wichtige Marken wie Louis Vuitton und Dior. Analysten hatten für das dritte Quartal lediglich mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. Tatsächlich lag das organische Minus bei fünf Prozent.
Immerhin entwickelten sich die Geschäfte in den USA, Europa und Japan laut LVMH weiterhin gut. Das reichte jedoch nicht aus, um die Schwäche im Kerngeschäft auszugleichen. Der Konzernumsatz legte insgesamt um ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro zu. Erwartet worden war ein Wachstum von 1,3 Prozent.
Analysten werden vorsichtiger
Die UBS senkte das Kursziel für die LVMH-Aktie nach der Zahlenvorlage von 525 auf 510 Euro. Kepler Cheuvreux reduzierte seine Prognose von 500 auf 490 Euro. Beide Analysehäuser bestätigten ihre Kaufempfehlungen. Die Anpassungen zeigen allerdings, dass auch die Profis kurzfristig weniger Potenzial sehen.
Die Trendwende lässt auf sich warten. Die Entwicklung in China bleibt jedoch für LVMH und den Rest der Branche entscheidend. Dafür muss vor allem das Geschäft mit Mode und Lederwaren wieder an Dynamik gewinnen. Am Dienstag verliert nicht nur LVMH – im ganzen Sektor geben die Papiere nach. Anleger meiden das Papier weiterhin. DER AKTIONÄR favorisiert dagegen die Papiere des italienischen Modelabels Ermenegildo Zegna und des US-Konzerns Ralph Lauren.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
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