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Deal mit Patrizia: Deutsche Wohnen torpediert Vonovias Übernahmeversuch

Deal mit Patrizia: Deutsche Wohnen torpediert Vonovias Übernahmeversuch
Foto: Börsenmedien AG
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Thomas Bergmann 29.11.2015, 11:15 Thomas Bergmann
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Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die drohende Übernahme durch Branchenprimus Vonovia. Jüngster Versuch: Vom Branchenkollegen Patrizia Immobilien will die Deutsche Wohnen ein Portfolio für über eine Milliarde Euro übernehmen. Am kommenden Montag stimmen die Vonovia-Aktionäre über die geplante Übernahme ab.

Deutsche Wohnen kämpft schon einige Zeit gegen die Übernahmegelüste des Branchenführers. Dieser will das Unternehmen für 14 Milliarden Euro schlucken. Zuletzt hatte sich Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erneut gegen das Angebot gestellt und darauf verwiesen, dass damit der Wert des Unternehmens nicht angemessen widergespiegelt werde. Zudem seien die in Aussicht gestellten Sparziele nicht realistisch.

Kauf von 15.200 Wohnungen

Um den eignen Preis zu heben, hat Zahn jetzt mit Patrizia einen Deal geschlossen. Im ersten Schritt sollen rund 13.600 Wohneinheiten erworben werden, insgesamt habe das Unternehmen im zweiten Halbjahr den Erwerb von 15.200 Wohneinheiten vereinbart, teilte Deutsche Wohnen am Freitagabend mit. Der Übernahmepreis liege insgesamt bei 1,2 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolge jeweils zur Hälfte über Bankdarlehen und freie Liquidität. Der operative Gewinn - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations (FFO) - soll den Angaben zufolge nach der vollständigen Integration um jährlich 40 Millionen Euro steigen.

Die erste Frage ist, ob sich die Deutsche Wohnen mit dem Kauf der Wohnungen einen Gefallen getan hat. Knapp 79.000 Euro hat das Unternehmen für eine Einheit bezahlt. Für die Übernahme von GAGFAH mit ihren 144.000 Wohnungen hatte die damalige Deutsche Annington etwa 28.000 Euro pro Einheit auf den Tisch legen müssen, für die knapp 147.000 Wohnungen von Deutsche Wohnen bietet man je circa 67.000 Euro. Auch wenn die Portfolios unterschiedliche Qualität haben dürften, erscheint der Kaufpreis sehr hoch.

Die zweite Frage ist, ob sich Vonovia von der Übernahme abbringen lässt. Auf der am morgigen Montag (30. November) stattfindenden Hauptversammlung von Vonvia soll über eine Kapitalerhöhung abgestimmt werden, die das Unternehmen zur Finanzierung der Übernahme nutzen will. Es darf bezweifelt werden, dass sich die Aktionäre von dem Deutsche-Wohnen-Störmanöver umstimmen lassen.

Wer gewinnt?

Es bleibt spannend in der Übernahmeschlacht um die Deutsche Wohnen. Sollte sich am Ende Vonovia durchsetzen, hat die neue Gesellschaft sicherlich ein hohes Synergieschöpfungspotenzial. Auf der anderen Seite ist die Deutsche Wohnen wahrlich kein Schnäppchen. Der Erfolg der Übernahme würde sich dann wohl erst in zwei bis drei Jahren bemerkbar machen. Angesichts der bereits getätigten Übernahmen im großen Stil (GAGFAH, SÜDEWO) wird das Management von Vonovia aber sehr wohl wissen, was es tut. DER AKTIONÄR bleibt daher bei Vonovia im 10-%-Plus-Depot investiert.

(Mit Material von dpa-AFX)

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