Der deutsche Leitindex hat sich am Montag lange gewehrt. Am Ende reichte die Kraft der Bullen jedoch nicht aus. Erst im späten Handel rutschte der Dax ins Minus und schloss 0,13 Prozent tiefer bei 25.374,42 Punkten. Der Grund: Eine schwächelnde Wall Street zog die europäischen Notierungen am Nachmittag nach unten. Immerhin hielt die wichtige 100-Tage-Linie als technische Unterstützung erneut stand. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,44 Prozent auf 30.895,59 Zähler nach.
Die Rahmenbedingungen für Aktien bleiben schwierig. Zwar hoffen Anleger auf eine neue Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Die Lage bleibt aber hochexplosiv. Der Ölpreis zog wieder an, nachdem Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus abgelehnt hatte.
Gleichzeitig verliert das Thema Künstliche Intelligenz seinen Glanz als verlässliche Marktstütze. Hohe Investitionskosten für Rechenzentren beim US-Konzern Oracle und eine Trainingspause beim Branchenpionier OpenAI verunsichern die Investoren. Die Folge: Viele Marktteilnehmer müssen ihre Gewinnerwartungen für den gesamten Tech-Sektor neu kalkulieren.
Übernahmepoker bei Evonik, Dämpfer für Renk
Unter den Einzelwerten standen die Chemiekonzerne im Mittelpunkt. Die Aktie von Evonik kletterte um 2,4 Prozent. Laut Medienberichten lehnt das Management eine Übernahmeofferte des Rivalen BASF ab. Die BASF-Papiere reagierten mit einem Minus von 0,3 Prozent auf die Meldung.
Auch für Sartorius ging es aufwärts. Der Labordienstleister verbuchte ein Plus von 2,0 Prozent. Analysten der Bank of America rechnen mit einem soliden Quartal, da der Markt anstehende Zollrückerstattungen bisher unterschätzt habe.
Ganz anders das Bild beim Rüstungszulieferer Renk. Die Aktie fiel um 2,4 Prozent. Hier drückt ein skeptischer Kommentar von JPMorgan auf die Stimmung. Die US-Bank warnt vor einem möglicherweise enttäuschenden operativen Ergebnis im dritten Quartal.
Die stärkste Bewegung des Tages spielte sich im SDax ab. Die Aktie von Redcare Pharmacy schoss um 12,7 Prozent nach oben. Die Online-Apotheke profitiert spürbar vom Durchbruch des E-Rezepts und hob ihr Umsatzziel für das Jahr 2026 erneut an.
Weniger euphorisch schlossen die Anleger bei Südzucker ab. Nach einem frühen Kurssprung verblieb am Ende ein Plus von 3,1 Prozent. Zwar überzeugten die jüngsten Quartalszahlen. Allerdings hob das Management die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 nur am unteren Ende an. Zudem fehlten den Investoren frische Signale für das wichtige Zucker-Segment.
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