Die jüngste Aufwärtsbewegung bei Bitcoin legt eine Atempause ein. Am Dienstag notierte die Kryptowährung bei rund 84.000 Dollar und behauptete damit ein wichtiges Kursniveau. Zuvor war der Kurs in der vergangenen Woche noch bis auf 87.000 Dollar geklettert, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Der Markt kühlt sich ab – doch unter der Oberfläche formiert sich eine neue Unterstützung.
Nach Daten des Analysehauses Glassnode liegt zwischen 84.000 und 85.000 Dollar die bisher größte Kostenbasis langfristiger Investoren. In keiner anderen Preisspanne halten Langfristanleger mehr Bestände. Diese Zone fungiert nun als Auffangbecken.
Auch für die Mining-Branche ist diese Schwelle entscheidend. Die US-Bank JPMorgan schätzt die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Bitcoin derzeit auf rund 85.000 Dollar. Hält sich der Kurs auf diesem Niveau, nimmt das den Druck von den Minern und verringert das Risiko von Notverkäufen. Daniela Hathorn, Analystin bei Capital.com, sieht die Spanne von 84.000 bis 85.000 Dollar ebenfalls als zentrale Unterstützung, während bei 87.000 bis 88.000 Dollar ein spürbarer Widerstand wartet.
Bereinigung am Terminmarkt
Während der Kurs konsolidiert, hat sich die Lage an den Derivatemärkten deutlich entspannt. Das sogenannte Open Interest – der Wert der offenen Terminkontrakte – fiel auf den tiefsten Stand seit März. Der Grund: Viele kreditfinanzierte Positionen, die den Anstieg auf 87.000 Dollar getrieben hatten, wurden glattgestellt.
Die Analysten der Kryptobörse Bitfinex betonen, dass der Markt für unbefristete Futures wieder nahezu neutral aufgestellt ist. Der Wert der offenen Kontrakte liegt fast 20 Prozent unter dem Niveau von August. Gleichzeitig notiert Bitcoin rund 35 Prozent über seinem August-Tief von 62.000 Dollar. Der Markt steht damit auf einem stabileren Fundament als noch vor wenigen Wochen.
Auch der Anstieg der Rohölpreise drückt auf zinslose Vermögenswerte wie Bitcoin. Kyle Rodda, Marktanalyst bei Capital.com, warnt vor den Risiken am Energiemarkt, hält das technische Bild von Bitcoin aber weiterhin für konstruktiv. Rückenwind kommt derweil von der institutionellen Infrastruktur. TD-Cowen-Analyst Lance Vitanza stellt fest, dass Großinvestoren nicht mehr über das Ob diskutieren, sondern über das Wie – der Fokus verschiebe sich zunehmend auf die Integration in bestehende Kapitalmärkte.
Bitcoin zeigt sich trotz steigender Renditen und teurer Energie bemerkenswert widerstandsfähig. Der Abbau spekulativer Hebel hat den Markt bereinigt und das Risiko plötzlicher Einbrüche verringert. Entscheidend für den nächsten Ausbruch bleibt nun echte Nachfrage am Spotmarkt: Kann die Zone um 84.000 Dollar verteidigt werden, bleibt der Aufwärtstrend intakt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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