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BASF: EU macht Weg frei – doch diese Hürde bleibt

BASF: EU macht Weg frei – doch diese Hürde bleibt
Foto: Börsenmedien AG, BASF
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Marion Schlegel Heute, 07:57 Marion Schlegel

Die EU-Kommission hat grünes Licht für den Verkauf des BASF-Lackgeschäfts an den Finanzinvestor Carlyle gegeben – allerdings nur unter klaren Bedingungen. Wie die Behörde mitteilte, muss Carlyle zunächst das weltweite Polysulfid-Geschäft von Nouryon veräußern. Das Spezialchemieunternehmen gehört bereits zum Beteiligungsportfolio des US-Investors.

•    EU-Kommission genehmigt BASF-Verkauf an Carlyle unter Auflagen.
•    Carlyle muss zuvor das weltweite Polysulfid-Geschäft von Nouryon veräußern.
•    BASF behält 40 Prozent der Sparte und erhält rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar.

Hintergrund der Auflagen sind wettbewerbsrechtliche Bedenken. Nach Einschätzung der Brüsseler Behörden nimmt Nouryon auf dem Markt für Polysulfide eine starke Stellung ein. Das Unternehmen zählt weltweit zu den lediglich zwei Anbietern dieses wichtigen Ausgangsstoffs. Polysulfide werden unter anderem für spezielle Dichtstoffe benötigt, die in der Luft- und Raumfahrtindustrie zum Einsatz kommen.

Genau in diesem Bereich ist auch BASF Coatings aktiv. Die EU-Kommission befürchtete daher, dass ein Zusammenschluss unter dem Dach von Carlyle den Wettbewerb beeinträchtigen könnte. Aus Sicht der Wettbewerbshüter hätte das kombinierte Unternehmen die Möglichkeit gehabt, Konkurrenten den Zugang zu Polysulfiden zu erschweren. Zudem bestand die Sorge, dass vertrauliche Geschäftsinformationen von Wettbewerbern zu deren Nachteil genutzt werden könnten.

BASF (WKN: BASF11)

Die Transaktion war von BASF und Carlyle bereits im Oktober vergangenen Jahres angekündigt worden. Für die Sparte wurde damals ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro festgelegt. Zum Geschäft gehören unter anderem Fahrzeugserienlacke, Autoreparaturlacke sowie Lösungen für die Oberflächentechnik.

BASF trennt sich dabei nicht vollständig von dem Bereich. Der Ludwigshafener Chemiekonzern will weiterhin mit 40 Prozent beteiligt bleiben. Gleichzeitig soll dem Unternehmen im Zuge der Transaktion ein Mittelzufluss von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar zufließen. Mit der Zustimmung der EU-Kommission ist ein wichtiger Schritt für den Abschluss des Deals erfolgt – die geforderte Veräußerung des Nouryon-Polysulfidgeschäfts bleibt jedoch Voraussetzung.

Für den DAX-Konzern ist der Verkauf ein lukrativer Deal. Insgesamt bleibt das derzeitige Marktumfeld für den Chemieriesen aber nicht leicht. Die mittel- bis langfristigen Perspektiven für den strategisch breit und clever aufgestellten DAX-Konzern bleiben aber gut. Die Dividendenperle ist daher für langfristig orientierte Anleger weiterhin attraktiv. Der Stoppkurs kann bei 39,00 Euro belassen werden.

FAQs
Womit erzielt BASF seine Erlöse?
BASF verdient sein Geld vor allem mit Chemikalien, Kunststoffen, Industrielösungen, Pflanzenschutzmitteln sowie Produkten für die Automobil-, Bau- und Konsumgüterindustrie.
Was sind die Verbundstandorte bei BASF?
In den nun sieben Verbundstandorten des Konzerns werden Produktionsanlagen, Energieversorgung und Rohstoffströme eng miteinander verknüpft. Dadurch können Nebenprodukte direkt weiterverwendet, Transportwege reduziert und Kosten sowie Energie eingespart werden.
Zahlt BASF Dividende?
BASF zählt seit Jahren zu den beständigsten und spendabelsten Dividendenzahlern. Aktuell beträgt die Mindest-Dividende 2,25 Euro pro Aktie.


Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.

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