Bei der Allianz wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nun auch konkret personell spürbar. Die Reiseversicherungssparte Allianz Partners baut in Europa bis zu 1.800 Arbeitsplätze ab. Eine entsprechende Einigung mit den Betriebsräten ist bereits erfolgt. Damit wird das KI-Sparpotenzial allmählich sichtbar.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Allianz Partners will europaweit 1.500 bis 1.800 Stellen abbauen.
• In Deutschland sind rund 80 bis 100 Arbeitsplätze betroffen.
• Vor allem Callcenter-Tätigkeiten sollen künftig teilweise von KI-Bots übernommen werden.
Die Reiseversicherungssparte der Allianz treibt den KI-Umbau voran. Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann bestätigte eine Einigung mit den Betriebsräten über den geplanten Stellenabbau. Europaweit sollen 1.500 bis 1.800 Arbeitsplätze wegfallen, in Deutschland etwa 80 bis 100.
Der Abbau soll über ein Freiwilligenprogramm erfolgen. Im Fokus stehen vor allem Tätigkeiten in Callcentern. Bei Allianz Partners arbeiten mehr als 22.000 Menschen. Rund 14.000 davon beantworten Kundenanfragen am Telefon oder nehmen Schadenmeldungen entgegen.
Genau dort setzt die Allianz nun verstärkt auf Automatisierung. Teile der Kundenkommunikation und Schadenaufnahme sollen künftig von KI-Bots übernommen werden. Die Pläne sind nicht neu. Konzernchef Oliver Bäte hat bereits mehrfach gesagt, dass reine Informationsverarbeitung künftig weitestgehend überflüssig werden wird. Auch Allianz Partners selbst hat bereits erklärt, dass man prüfe, wie sich der technologische Wandel auf Rollen auswirkt, die stark von manuellen Prozessen geprägt sind.
Jetzt wird klar: Der technologische Wandel bleibt nicht abstrakt, sondern verändert konkrete Abläufe und Arbeitsplätze. Für Beschäftigte ist der Einschnitt schmerzhaft. Aus Anlegersicht ist die Richtung aber nachvollziehbar. Versicherer stehen unter Druck, Prozesse zu digitalisieren, Kosten zu senken und den Service schneller zu machen. Gerade standardisierte Anfragen und einfache Schadenmeldungen eignen sich ideal für Automatisierung.
Gelingt der KI-Einsatz, kann die Allianz langfristig noch effizienter arbeiten. Entscheidend wird sein, dass die Servicequalität nicht leidet und komplexe Fälle weiterhin zuverlässig von Menschen bearbeitet werden.
Die Allianz zeigt, dass sie Künstliche Intelligenz nicht nur testet, sondern in konkrete Effizienzmaßnahmen übersetzt. Der Konzern nutzt die Technologie nicht nur als Schlagwort, sondern setzt sie zunehmend operativ ein. Der KI-Umbau kann so mittelfristig sogar ein zusätzlicher Effizienzhebel werden. Die Aktie ist weiter ein Kauf, auch wenn der starke Lauf der vergangenen Wochen gestern und heute etwas ausgebremst wurde. Rücksetzer bieten bei solchen Qualitätstiteln attraktive Einstiegsgelegenheiten.
FAQs
Was macht die Allianz?
Die Allianz ist einer der größten Versicherungskonzerne der Welt und der größte in Europa. Zum Geschäft gehören Schaden- und Unfallversicherungen, Lebens- und Krankenversicherungen sowie die Vermögensverwaltung.
Zahlt die Allianz eine attraktive Dividende?
Ja. Die Allianz zählt zu den etablierten Dividendenwerten im DAX und schüttet in der Regel einmal jährlich eine Dividende an ihre Aktionäre aus.
Für wen eignet sich die Allianz-Aktie?
Die Allianz-Aktie eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger, die auf ein etabliertes Geschäftsmodell, regelmäßige Ausschüttungen und ein solides Basisinvestment setzen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
Heute, 14:47