Zehn Milliarden Dollar für ein Forschungslabor: Am Donnerstag stellte Micron in Boise die Micron Research Labs vor, die der Speicherkonzern über zehn Jahre aufbauen will. Die Aktie zeigte sich zuletzt wieder erstarkt – ausgerechnet in einer Woche, in der Gewinnmitnahmen kaum einen Chipwert verschonten. In der kommenden Woche steht derweil ein wichtiger Termin an, der die Aktie von Micron erneut bewegen könnte.
„Die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden bestimmen, wer die KI-Wirtschaft von morgen anführt. Amerikas KI-Zukunft wird auf in Amerika hergestellten Speicherchips aufgebaut“, kommentierte Micron-CEO Sanjay Mehrotra die Pläne. „Mit der geplanten Investition von zehn Milliarden Dollar in die Micron Research Labs richten wir unseren Blick auf die Speicher- und Rechensysteme, die künftig benötigt werden. Dabei bringen wir die besten Köpfe aus Wissenschaft, Regierung, Start-ups und Industrie zusammen. Dies baut auf den mehr als 250 Milliarden Dollar auf, die wir unabhängig davon bereits für Produktion sowie Forschung und Entwicklung in den USA zugesagt haben. Als einziger in den USA ansässiger Speicherhersteller sind wir seit Langem von den Zukunftsperspektiven überzeugt, die KI nun Wirklichkeit werden lässt.“
Die eigentliche Geschichte steht nicht im Labor, sondern in den Verträgen: Aus einem Zyklusgeschäft ist in Teilen ein Abonnement geworden. DRAM, der Arbeitsspeicher, und NAND, der dauerhafte Datenspeicher, waren jahrzehntelang Massenware. Wer eine Fabrik besaß, verkaufte zum Tagespreis – und der fiel, sobald irgendwo eine neue Fertigungslinie ansprang. Genau dieses Muster hebelt Micron gerade aus. 16 sogenannte Strategic Customer Agreements binden Großkunden mit Mindestmengen und Mindestpreisen bis 2030, sie decken rund 20 Prozent des DRAM- und 30 Prozent des NAND-Volumens ab. Der daraus gesicherte, noch nicht verbuchte Umsatz beträgt rund 100 Milliarden Dollar – gerechnet zum Mindestpreis. Was das bedeutet, zeigten die Zahlen zum dritten Quartal, das am 28. Mai endete: 41,5 Milliarden Dollar Umsatz nach 9,3 Milliarden im Vorjahr, eine Bruttomarge von 84,9 Prozent nach 39,0 Prozent, ein bereinigter Gewinn von 25,11 Dollar je Aktie. Für das laufende Quartal wird am Markt ein Umsatz in Höhe von 51,0 Milliarden Dollar und ein Gewinn von 31,51 Dollar je Aktie erwartet.
Im Gespräch mit Jim Cramer in der CNBC-Sendung „Mad Money“ erläuterte Mehrotra zuletzt: „Heute gibt es keine KI ohne Speicher. KI-Systeme benötigen mehr Speicher. Sie brauchen leistungsfähigeren Speicher. Und sie brauchen energieeffizienteren Speicher …. Speicher ist heute unverzichtbar. Deshalb bezeichne ich ihn als die strategische Infrastruktur des KI-Zeitalters.“
Nach einer Korrektur seit dem Hoch Ende Juni hat sich die Aktie von Micron Technology zuletzt wieder klar stabilisiert. In der kommenden Woche stehen mit den Zahlen von Nvidia zur Wochenmitte auch wichtige Signale für die Aktie von Micron an. Im Fokus stehen Blackwell, Rubin, Rechenzentren und Lieferengpässe. Nvidia benötigt für seine KI-Beschleuniger große Mengen an High-Bandwidth Memory (HBM) und ist daher ein wichtiger Gradmesser für Micron. Micron selbst wird in gut vier Wochen die Zahlen zum vierten Quartal präsentieren.
DER AKTIONÄR hatte die Korrekturphase im Juli genutzt und im AKTIONÄR-Depot eine Position aufgebaut. Allein bis zum im Juni bei 1.255 Dollar markierten Allzeithoch sind derzeit fast 30 Prozent Luft. Langfristig erhofft sich DER AKTIONÄR sogar noch deutlich mehr. Anleger setzen deswegen auf weiter steigende Kurse bei der Aktie.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Micron Technology befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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