Der Stablecoin-Emittent Circle sorgt an der Börse für Aufsehen. Nach einer Kaufempfehlung durch das Analysehaus Bernstein zogen die Papiere am Dienstag vorbörslich an. Der Grund: Analysten sehen in dem Unternehmen den zentralen Akteur für die nächste Generation des digitalen Zahlungsverkehrs.
Die Analysten begründen ihren Optimismus mit einer fundamentalen Entkoppelung. Während der breite Kryptomarkt oft extremen Schwankungen unterliegt, erweist sich die Akzeptanz von Stablecoins als resilient. Das Handelsvolumen der Branche erreichte im Jahr 2025 beeindruckende 55 Billionen Dollar – ein Anstieg von 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Selbst wenn man Bots und Hochfrequenzhandel herausrechnet, wuchs das bereinigte Volumen um 91 Prozent auf 11 Billionen Dollar.
Besonders hervorzuheben ist das Wachstum bei den realen Zahlungen. Diese legten um 76 Prozent auf 375 Milliarden Dollar zu, wobei der Bereich von Konsumenten an Unternehmen (Consumer-to-Business) sogar um 131 Prozent explodierte. Für Bernstein ist klar: Stablecoins fungieren immer mehr als eine Art „globales digitales Dollar-Bankensystem“.
Bernstein stuft die Aktie daher mit „Outperform“ ein und setzt das Kursziel auf 190 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 70 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs.
Partnerschaften als Wachstumstreiber
Circle profitiert dabei massiv von der Integration in bestehende Finanzinfrastrukturen. Ein Paradebeispiel ist die Zusammenarbeit mit Visa. Der Kreditkartenriese unterstützt inzwischen über 130 Stablecoin-Karten in 50 Ländern. Das über diese Schienen abgewickelte Volumen liegt bei etwa 4,6 Milliarden Dollar auf annualisierter Basis.
Parallel dazu baut Circle mit dem „Circle Payments Network“ eigene Brücken für grenzüberschreitende Transaktionen. Das Netzwerk, das den Umtausch in lokale Währungen über regulierte Partner ermöglicht, ist bereits in Regionen wie Singapur, Indien, der EU und den USA aktiv. 55 Institutionen nutzen das System bereits, das im Februar 2026 ein jährliches Volumen von 5,7 Milliarden Dollar erreichte.
Die KI-Revolution als nächster Meilenstein
Doch das Potenzial reicht über den klassischen Zahlungsverkehr hinaus. Bernstein identifiziert „Machine-to-Machine“-Zahlungen als nächsten großen Wachstumstreiber. In einer Welt, in der KI-Agenten autonom Dienstleistungen buchen und APIs bezahlen, sind Stablecoins das ideale Medium für schnelle, kostengünstige Micropayments. Da diese Agenten keine traditionellen Bankkonten besitzen können, fungieren digitale Assets als ihre nativen Zahlungsmittel.
In der letzten Ausgabe hat DER AKTIONÄR die Circle-Aktie zum Kauf empfohlen. Seitdem ist die Aktie bereits um über zehn Prozent gestiegen. Anleger bleiben weiter an Bord.
Heute, 14:55