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303 Prozent Wachstum: „Netflix‑Effekt“ lässt die Kassen klingeln

303 Prozent Wachstum: „Netflix‑Effekt“ lässt die Kassen klingeln
Foto: bodym/peterschreiber.media/iStock
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:00 Jan-Paul Fóri

Netflix hat einen neuen Serienkracher: Nach „Squid Game“ erobert aktuell das Reality-Format „Culinary Class Wars“ die Streaming-Charts und sorgt nicht nur bei Netflix, sondern auch bei den Teilnehmern für klingelnde Kassen. DER AKTIONÄR beleuchtet, was sich hinter dem neuen Erfolgsformat des Disney-Rivalen verbirgt.

Das Erfolgsrezept von „Culinary Class Wars“ ist schnell erklärt: Aufstrebende Küchentalente, sogenannte „Black Spoons“, kämpfen gegen erfahrene Elite-Köche, die „White Spoons“. Damit trifft Netflix den Nerv der Zeit: Kulinarische Vielfalt verzeichnet aktuell Hochkonjunktur. Ganz oben steht dabei die südkoreanische Küche. 

Im Gegensatz zu anderen Streaming-Hits hat „Culinary Class Wars“ Analysen zufolge sogar realwirtschaftliche Auswirkungen: Laut Daten der Buchungsplattform CatchTable stiegen die Reservierungen und Wartelisten für die Restaurants der Show-Teilnehmer innerhalb von nur fünf Wochen nach dem Start der zweiten Staffel um durchschnittlich 303 Prozent.

Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere die Millennials sowie die Gen Z. Für Angehörige dieser Alterskohorte ist Reisen kein reines Sightseeing mehr, es ist eine Suche nach authentischen, kulturellen Erlebnissen, primär über den Gaumen.

Dieser „Kulinarik-Tourismus“ ist dabei längst kein lokales Phänomen in Seoul. In Singapur stiegen die Ausgaben von Touristen für Essen und Trinken im Jahr 2025 bereits um 15 Prozent, obwohl die Besucherzahlen insgesamt nur moderat zulegten. In Japan gaben 82 Prozent der Reisenden an, dass das Essen der Hauptgrund für ihren Trip sei.

Strategiewechsel bei Hotel-Riesen: Hilton und Co unter Zugzwang

Auch die großen Hotelketten sind längst auf den Trend aufgesprungen, denn wer heute nur ein Standard-Frühstücksbuffet anbietet, verliert den Anschluss. Laut dem „2025 Trends Report“ von Hilton priorisieren bereits 60 Prozent der Luxusreisenden Hotels mit herausragenden gastronomischen Optionen.

„Hotels können nicht mehr nur Hotelrestaurants führen. Es müssen eigenständige Destinationen sein“, so Candice D’Cruz, Vize-Präsidentin der Luxusmarken von Hilton im asiatisch-pazifischen Raum. Die Strategie: Weg von der Standardisierung, hin zur lokalen Authentizität. Hotels wie das Capella Singapore gehen sogar so weit, Köche aus der Netflix-Show (wie den Starkoch Edward Lee) für exklusive Events einzufliegen.

Netflix (WKN: 552484)

Netflix hat mit „Culinary Class Wars“ einen neuen Hit gelandet. Davon profitiert jedoch nicht nur der Streaming-Riese selbst, sondern auch Hilton und Booking durch den erhöhten Asien-Tourismus. Alle drei Aktien sind laufende Empfehlungen des AKTIONÄR und bleiben ein Kauf.

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