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Deutsche Börse mit Befreiungsschlag, aber Zahlen enttäuschen

Deutsche Börse mit Befreiungsschlag, aber Zahlen enttäuschen
Foto: Börsenmedien AG
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Fabian Strebin 27.10.2017, 08:42 Fabian Strebin
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Carsten Kengeter hatte am Ende wohl keine andere Wahl, nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag die Einstellung des Verfahrens wegen Insiderhandel gegen ihn ablehnte: Er trat gestern als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse zurück. Damit ist der Weg für einen personellen Neuanfang frei. Die nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal enttäuschten indes.

Kengeter gibt Ende des Jahres seinen Posten auf. Er sagte: „Diese Entscheidung ist mir schwergefallen, da ich mich eng mit der Deutschen Börse verbunden sehe und noch viele Ziele hatte.“ Jedoch wolle er den Konzern angesichts der öffentlichen Behauptungen und Vorwürfe mit diesem Schritt schützen. Laut Börsen-Zeitung wird in Unternehmenskreisen der Finanzvorstand Gregor Pottmeyer als Favorit für eine Übergangslösung gehandelt.

Jahresziel kassiert

Die geringere Volatilität und das damit ebenfalls niedrige Handelsvolumen an den Kassa- und Terminmärkten setzte sich laut der Deutschen Börse im Durchschnitt der Monate Juli bis September fort. Die Nettoerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr zwar von 559 auf 576 Millionen Euro. Die Analystenschätzungen von 589 Millionen Euro wurden damit aber verfehlt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte ebenfalls zu: Es stieg von 258 auf 277 Millionen Euro. Jedoch lag auch hier die Konsensschätzung mit 287 Millionen Euro höher.

Finanzvorstand Pottmeyer kommentiert: „Mit unseren strukturellen Wachstumsinitiativen liegen wir nach wie vor gut im Plan. Infolge anhaltender negativer zyklischer Effekte werden wir aber unsere Ziele für das Gesamtjahr 2017 sehr wahrscheinlich nicht ganz erreichen können.“ Für die beiden kommenden Jahre hält der Konzern an seiner Prognose beim Gewinnwachstum in einer Spanne von zehn bis 15 Prozent fest.

Dabeibleiben

Die Hängepartie um Kengeter wird durch seinen Rücktritt beendet, was grundsätzlich positiv ist. Die schwachen Quartalszahlen lasten jedoch auf der Notierung. DER AKTIONÄR rät derzeit von einem Neueinstieg ab. Bereits investierte Anleger bleiben dabei und beachten den Stopp bei 74 Euro.

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