In maydornsmeinung ordnet Alfred Maydorn die aktuelle Marktlage trotz Nahostkrieg überraschend gelassen ein. Sein zentraler Punkt: Der US-Markt zeigt sich erstaunlich robust. Seit Kriegsbeginn verliert der S&P 500 nur leicht, der Nasdaq hält sich ebenfalls stabil, während der DAX deutlicher unter Druck steht. Auch Rüstungswerte entwickeln sich nicht automatisch stark, was das Beispiel Rheinmetall zeigt.
Maydorn verweist darauf, dass Kriege historisch an der Börse meist keine guten Verkaufsgründe, sondern oft eher Kaufchancen sind. Rückschläge fallen im Schnitt moderat aus und werden häufig nach wenigen Wochen aufgeholt. Der Markt fokussiert sich aktuell vor allem auf die Blockade der Straße von Hormus und deren Einfluss auf den Ölpreis.
Dabei sieht er ein wichtiges strukturelles Argument: Öl verliert langfristig an Bedeutung. Der weltweite Verbrauch wächst nur noch langsam, perspektivisch dürfte er sogar seinen Höhepunkt erreichen. Entscheidend wird künftig eher Strom als Energiewährung der Weltwirtschaft, nicht zuletzt wegen des massiven Energiebedarfs durch KI. Für die Stromproduktion spielt Öl ohnehin kaum noch eine Rolle.
Bei der Fed erwartet Maydorn zwar keine Zinssenkung, sieht aber auch hier die Marktreaktion als erstaunlich gelassen. Die Hoffnungen auf mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr sind klar zurückgegangen, trotzdem bleibt der Aktienmarkt stabil. Das wertet er als Zeichen innerer Stärke.
Bei den Einzelwerten bleibt er für Nvidia klar positiv. Die Nachrichten von der GTC sind aus seiner Sicht stark, die Bewertung für das Wachstum inzwischen attraktiv. SAP sieht er dagegen kritisch: KI wird aus seiner Sicht zur echten Bedrohung für klassische Softwareanbieter, weil SAP keine eigene KI-Basis besitzt und auf externe Modelle angewiesen bleibt. Deshalb bleibt er bei Softwarewerten insgesamt vorsichtig.
Sehr bullish ist er bei Nebius und Ion. Beide profitieren vom KI-Infrastrukturboom, auch wenn Kapitalmaßnahmen kurzfristig auf den Kurs drücken. Für Maydorn sind das eher Chancen als Warnsignale. Auch GDS Holdings gefällt ihm wegen der günstigen Bewertung und neuer Fantasie rund um das Datencenter-Geschäft.
Im China-Bereich hebt er BYD hervor. Die Aktie bekommt durch starke Verkaufszahlen, neue Aufträge und vor allem die neue Blade-Batterie 2.0 frischen Schub. Ultraschnelles Laden und technologische Führerschaft sprechen aus seiner Sicht klar für weiteres Potenzial. Auch Xpeng bleibt spannend, weil dort E-Autos, autonomes Fahren, Flugtaxis und Roboterfantasie zusammenkommen.
Zum Schluss wird Block zum Beispiel für die Schattenseite von KI: Das Unternehmen baut massiv Stellen ab, weil KI Aufgaben übernimmt. Für Aktionäre kann das profitabel sein, für den Arbeitsmarkt ist es ein Warnsignal. Maydorns Fazit: KI verändert die Wirtschaft schneller als viele erwarten – und genau das bleibt der wichtigste übergeordnete Börsentreiber.
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